BMW erwartet noch zwei bis drei Jahre Krise in Südeuropa

Donnerstag, 17. Januar 2013, 16:56 Uhr
 

München (Reuters) - Der Autobauer BMW rechnet im krisengeschüttelten Süden Europas mit einer langen Durststrecke.

In Ländern wie Italien oder Spanien könnten die Probleme beim Pkw-Absatz noch zwei oder drei Jahre anhalten, sagte Vertriebschef Ian Robertson am Rande der ADAC-Preisverleihung "Gelber Engel" am Donnerstag in München zu Reuters. In Italien brachen die Zulassungen im vergangenen Jahr um 20 Prozent ein, in Spanien um 13 Prozent. Insgesamt war 2012 in Europa das schlechteste Autojahr seit 1995: Die Verkaufszahlen schrumpften um acht Prozent auf zwölf Millionen Neuwagen. Im Dezember wurden in der EU knapp 800.000 neue Pkw zugelassen, das sind 16 Prozent weniger als ein Jahr zuvor.

"Zwischen Dezember und Januar hat sich nichts verändert", sagte BMW-Vertriebschef Robertson mit Blick auf das Jahr 2013. "Europa wird so hart bleiben, wie es ist." In den USA dagegen werde ein Anwachsen des Automarktes auf 15 Millionen Fahrzeuge erwartet. Die Bayern profitieren wie andere Oberklasse-Hersteller davon, dass der Absatz in den Vereinigten Staaten ebenso wie in China kontinuierlich und kräftig wächst. So gleichen die Konzerne Rückgänge in Europa aus. Die deutschen Premium-Anbieter verkaufen auf ihrem Heimatkontinent rund die Hälfte ihrer Fahrzeuge.

Daimler-Chef Dieter Zetsche sagte, in Europa werde der Automarkt in diesem Jahr bestenfalls stagnieren, vielleicht auch zurückgehen. Mit Blick auf die Euro-Krise fügte er hinzu: "Ich glaube, wir haben das Schlimmste hinter uns." Auf den weltweiten Automärkten sei 2013 im Durchschnitt mit einem Plus von drei bis vier Prozent zu rechnen - mit großen regionalen Unterschieden. Weiteres Wachstum erwartete Zetsche in den USA und auch in Asien.