Abschreibungen belasten Immobilienfirma Conwert

Freitag, 18. Januar 2013, 11:27 Uhr
 

Wien (Reuters) - Der österreichische Wohnimmobilienkonzern Conwert muss wegen eines mauen Verkaufsgeschäfts und der schwachen Wirtschaft in Osteuropa massive Abschreibungen verkraften.

Die Bilanz für das vergangene Jahr werde dadurch mit bis zu 187 Millionen Euro belastet, teilte das Unternehmen in der Nacht zu Freitag mit. An der Börse gab die Conwert-Aktie daraufhin gut drei Prozent nach.

Am Interesse der Österreicher an den zum Verkauf stehenden GBW-Immobilien der BayernLB ändert das Kreisen zufolge nichts. "Das hat keine Auswirkungen darauf", sagte ein Insider. Conwert will die 32.000 Wohnungen in Süddeutschland Kreisen zufolge gemeinsam mit einem Konsortium aus Versicherern und Pensionsfonds kaufen. Das Unternehmen wollte sich dazu nicht äußern.

Grund für die Abwertung ist zum einen das stockende Verkaufsgeschäft. Viele Unternehmen der Branche hatten ihr Geld in der Vergangenheit mit dem Einkauf und späteren Verkauf von Immobilien gemacht. Wegen der derzeit niedrigen Renditen lohnt sich das aber nicht mehr. Daher wolle sich Conwert künftig auf das Management der Wohnungen konzentrieren, hieß es in der Mitteilung. "Das Verkaufsergebnis wird in der Zukunft signifikant sinken."

Weil die Firmenwerte der Conwert aber vor allem auf den erwarteten Erträgen aus den Verkäufen bestünden, müsse die Firma durch den Strategieschwenk knapp 115 Millionen abschreiben. Dazu kämen weitere Wertminderungen - unter anderem durch die kriselnde Wirtschaft in Teilen Osteuropas, die den Wert der dortigen Objekte schmälert. Auf den Cash-Bestand des Unternehmens habe die Abschreibung keinen Einfluss, sagte ein Sprecher. Er lag zum Ende des dritten Quartals bei 176 Millionen Euro.

ANALYSTIN - BILANZPUTZ IST POSITIV

Bei Baader-Bank-Analystin Christine Reitsamer kam der Schritt gut an. "Nach unserer Einschätzung ist es positiv, dass Conwert die Bilanz aufräumt", schrieb sie.

Wie sich die Abschreibung auf das Nettoergebnis für das vergangene Jahr auswirkt, ist noch offen. Conwert will die Zahlen am 21. März veröffentlichen. Ohne die Abschreibungen stünde vor Steuern jedoch wie geplant ein Gewinn von 50 Millionen Euro, erklärte die Firma.

Mit der geplanten Übernahme der deutschen KWG Kommunale Wohnen hat Conwert bereits einen ersten Schritt hin zum Immobilienmanager gemacht. Die Wiener wollen 60 Prozent des Hamburger Unternehmens mit knapp 10.000 Wohnungen in Berlin, Nordrhein-Westfalen, Sachsen, Niedersachsen und Thüringen vom Investor Karl Ehlerding kaufen. Alle Voraussetzungen für den Zukauf seien mittlerweile erfüllt, erklärte das Unternehmen. Conwert wolle die KWG-Aktien in den kommenden Tagen übernehmen.