Gasfirmen besiegeln Einstieg in Pipelineprojekt Nabucco

Samstag, 19. Januar 2013, 12:51 Uhr
 

Wien (Reuters) - Die im Shah-Deniz-Konsortium zusammengeschlossenen Gasförderfirmen haben ihren Einstieg in das Pipeline-Projekt Nabucco besiegelt.

Am Freitag hätten beide Seiten in Wien die entsprechenden Verträge unterzeichnet, teilte die Deutschland-Repräsentanz der aserbaidschanischen Gasfirma Socar mit. Sie sehen vor, dass die Gasfirmen - darunter BP, Statoil, Socar, Total und Eni - einen Anteil von 50 Prozent an der geplanten Pipeline halten und sich auch an der Finanzierung beteiligen. EU-Energiekommissar Günther Oettinger begrüßte die Einigung.

Ob Nabucco West tatsächlich gebaut wird, steht jedoch noch nicht fest - denn noch ist offen, ob Nabucco oder das Konkurrenzprojekt TAP den Zuschlag für die Gasreserven aus Aserbaidschan bekommt. Darüber wollen die Gasfirmen früheren Angaben zufolge noch im ersten Halbjahr entscheiden. Sie erschließen im Kaspischen Meer ein riesiges Feld. Das Gas wollen sie nach Europa verkaufen, das sich damit mehr Unabhängigkeit von russischen Lieferungen erhofft.

Mit der Unterschrift macht das Nabucco-Konsortium - dem die österreichische OMV, die ungarische MOL, die türkische Botas, BEH aus Bulgarien und die rumänische Transgaz angehören, Boden auf TAP gut. Die Konkurrenzpipeline hatte sich bereits im August mit Shah-Deniz auf eine Beteiligung von bis zu 50 Prozent geeinigt.

Während Nabucco über den Balkan bis nach Österreich reichen soll, läuft TAP nach Italien. An ihr sind die Schweizer EGL und die norwegische Statoil mit je 42,5 Prozent beteiligt. Die verbleibenden 15 Prozent hält E.ON Ruhrgas.

 
A participant walks past a poster during a meeting of the shareholders of the gas pipeline Nabucco West in Sofia January 10, 2013. The Nabucco West pipeline project has reached a funding deal with companies in the Shah Deniz consortium, boosting its prospects in a competition between two projects that aim to pipe Azeri gas into Europe. The European Union supports the delivery of Azeri gas to the region, which is expected to start in 2018 regardless of the pipeline chosen, to reduce the EU's dependency on Russian gas. REUTERS/Stoyan Nenov (BULGARIA - Tags: ENERGY BUSINESS POLITICS)