Daimler-Chef Zetsche - Bleibe an Konzernspitze

Sonntag, 20. Januar 2013, 12:11 Uhr
 

Frankfurt (Reuters) - Daimler-Chef Dieter Zetsche sieht sich auch nach 2013 auf dem Chefsessel des Autobauers.

"Im Moment spricht vieles dafür, dass ich weiter an der Daimler-Spitze bleibe", sagte Zetsche der "Welt am Sonntag". Die Spekulationen über eine Vertragsverlängerung über drei bis fünf Jahre hatten zuletzt Blüten getrieben, weil Daimler vor allem im Wachstumsmarkt China nur die Rücklichter von BMW und Audi sieht. Im Februar werde die Vertragsverlängerung "keine Glaubensfrage mehr sein", sagte er dem Blatt. "Dann wird eine Entscheidung des Aufsichtsrats vorliegen." Zetsche steht seit 2006 an der Vorstandsspitze von Daimler. Sein Vertrag läuft zum 31. Dezember 2013 aus.

Allerdings hatten Aufsichtsratskreise schon vor Monaten signalisiert, dass auch die Gewinnwarnung im Herbst einer Verlängerung nicht im Wege stehen dürfte. Es gebe keinen Grund, am Top-Management zu rütteln, hatte ein Insider der Nachrichtenagentur Reuters gesagt. Das 2012 nach Ergebniseinbußen bei Mercedes-Benz in Europa und China angestrebte operative Ergebnis von rund acht Milliarden Euro sei - nach dem Rekordgewinn von knapp neun Milliarden Euro 2011 - immer noch eines der besten der Unternehmensgeschichte.

KEIN JOBABBAU - MIT AKTIONÄRSSTRUKTUR ZUFRIEDEN

Kritik der Kontrolleure habe er nicht gehört, sagte Zetsche der Zeitung weiter. "Ich sitze mindestens fünfmal im Jahr mit dem Aufsichtsrat zusammen und zwischen den Sitzungen mit einzelnen Mitgliedern. Ich gehe davon aus, dass ich dort die wahre Meinung höre."

Um bei der Rendite zu BMW und Audi aufzuschließen, hat Zetsche dem Autobauer einen Sparkurs verordnet. Ein Personalabbau sei damit aber nicht verbunden. Bis Ende 2014 will der Stuttgarter Konzern bei Mercedes zwei Milliarden Euro einsparen und dafür in Produktion und Entwicklung jeden Stein umdrehen. "Ich gehe davon aus, dass wir künftig deutlich mehr Autos verkaufen können und dass die Produktivität steigt. Im Ergebnis wird die Mitarbeiterzahl also weitgehend konstant bleiben", sagte er der Zeitung.

Mit der Daimler-Aktionärsstruktur zeigte sich Zetsche in dem Interview zufrieden. "Übernahmegefahren gehören in den Bereich der Fantasie", sagte der Manager. Zuletzt war spekuliert worden, der chinesische Staatsfonds CIC könnte bei Daimler einsteigen, nachdem im vergangenen Jahr des Staatsfonds Aabar aus dem arabischen Emirat Abu Dhabi bei den Stuttgartern ausgestiegen war. Zetsche hatte aber auf der Automesse in Detroit vor wenigen Tagen gesagt, er führe keine Gespräche mit den Chinesen. Daimler sei auch nicht bekannt, ob CIC einen Anteil an dem Stuttgarter Autobauer erwerben wolle.

 
Daimler AG and Mercedes Benz chairman Dieter Zetsche speaks on stage at the North American International Auto Show in Detroit, Michigan January 14, 2013. REUTERS/James Fassinger