Magazin - Osram will sich bis 2015 in Gewinnzone sparen

Sonntag, 20. Januar 2013, 13:59 Uhr
 

Frankfurt (Reuters) - Der verlustreiche Leuchtenhersteller Osram will in zwei Jahren einem Magazinbericht zufolge wieder Gewinne schreiben.

2015 wolle die noch zu Siemens gehörende Osram 512 Millionen Euro Gewinn vor Steuern einfahren, berichtete die "Wirtschaftswoche" am Wochenende unter Berufung auf interne Unternehmenspläne. Grundlage der Gewinnpläne sei ein hartes Sparprogramm. Insgesamt wolle das Unternehmen 8000 der weltweit 39.000 Jobs streichen, davon 1800 in Deutschland. 400 Arbeitsplätze habe Osram in Deutschland schon abgebaut. Insgesamt wolle Osram in den nächsten zwei Jahren rund ein Drittel der weltweit 39 Standorte schließen, habe ein Insider dem Magazin gesagt.

Ein Osram-Sprecher sagte, die von dem Magazin genannten Zahlen zum Stellenabbau seien nicht korrekt. Basis der Berechnungen seien 41.000 Beschäftigte. In Deutschland sei ein Abbau von 1400 Jobs vorgesehen. Bislang seien hier 300 Stellen weggefallen. Zu den Geschäftsaussichten verwies der Sprecher auf den im Dezember veröffentlichten Abspaltungsbericht. "Über dieses Dokument hinaus kommentieren wir keine in die Zukunft gerichteten Aussagen", sagte der Sprecher.

Dort heißt es, hohe Kosten hielten Osram auch 2013 im Minus, das aber geringer als im Vorjahr ausfallen soll. Im Geschäftsjahr 2012 verzeichnete Osram einen Verlust nach Steuern von 378,3 Millionen Euro.

OPFER DES WANDELS

Osram hatte bereits vor einem Jahr mit dem Betriebsrat den Abbau von 1000 Stellen in Deutschland vereinbart und dies mit dem "technologischen Wandel im Lichtmarkt" begründet. Weltweit hat Osram im vergangenen Jahr 1900 Jobs abgebaut. Im Dezember kündigte der Glühlampenhersteller dann "zusätzliche Anpassungen" an. "Diese zusätzlich beabsichtigten Maßnahmen sehen in den Geschäftsjahren 2013 und 2014 weltweit voraussichtlich einen weiteren Stellenabbau von insgesamt ca. 4700 Stellen vor", hieß es. Vor allem im Ausland wolle Osram Werke verkaufen.

Am Mittwoch will die Siemens-Hauptversammlung die Trennung von Osram beschließen. Die Aktionäre sollen die große Mehrheit der Osram-Anteile bekommen. Siemens will angesichts der ungewissen Zukunftsaussichten nicht mehr in die Leuchtmitteltochter investieren. Zum Abschied ließ die Mutter für Osram nochmals 700 Millionen Euro springen - damit sich der Traditionshersteller sanieren kann und Geld für Abfindungen hat. Allein die Osram-Trennung kostet Siemens 1,4 Milliarden Euro.

Sollte es keine Anfechtungsklagen geben, könnte die Osram-Aktie am 18. April erstmals an der Börse gehandelt werden, meldete die "Wirtschaftswoche" weiter. Doch ob die frischgebackenen Osram-Aktionäre lange Freude an ihrem Präsent haben werden, ist offen. Wegen der harten asiatischen Konkurrenz sehen Experten für den Leuchtmittelhersteller finstere Zeiten anbrechen. Siemens hat Kreisen zufolge zudem Mühe, externe Aufsichtsräte für die Firma zu finden. Um einen Kurssturz während der ersten Handelstage zu vermeiden, baut Konzernfinanzchef Joe Kaeser vor. Fünf Banken sollen Osram-Chef Wolfgang Dehen auf Investorentour begleiten und potenziell überschüssige Titel unters Fondsvolk bringen, wie es aus Finanzkreisen heißt. Viele Anleger könnten die Titel zügig wieder verkaufen, etwa weil sie nur in Dax-Papiere investieren dürfen.

 
A traditional light bulb (100 watt) of lamp manufacturer Osram is pictured in Germering near Munich November 28, 2012. REUTERS/Michaela Rehle