Bilanzbetrug bei China-Sparte wird für Caterpillar teuer

Sonntag, 20. Januar 2013, 14:03 Uhr
 

New York (Reuters) - Der weltgrößte Baumaschinenhersteller Caterpillar muss mehr als eine halbe Milliarde Dollar wegen eines Bilanzskandals bei einer erst im vorigen Sommer gekauften China-Sparte abschreiben.

Im vierten Quartal sei eine Wertberichtigung über 580 Millionen Dollar beziehungsweise 87 Cent je Aktie nötig geworden, teilte Caterpillar am Freitagabend mit. Der Betrug dürfte rund die Hälfte des Konzernsgewinns in diesem Zeitraum auffressen. Denn Analysten hatten für das Schlussquartal mit einem Ergebnis je Aktie von 1,70 Dollar gerechnet. Seine Zahlen legt das Unternehmen am 28. Januar vor. Zugleich muss Caterpillar damit fast das gesamte Volumen der rund 650 Millionen Dollar schweren Übernahme des Bergbauausrüster ERA Mining abschreiben.

Der Bilanzbetrug wurde bei der ERA-Tochter Siwei aufgedeckt. Im November seien Diskrepanzen zwischen den Lagerbeständen und den Zahlen in den Büchern aufgefallen, erklärte Caterpillar. Untersuchungen hätten daraufhin ergeben, dass sich mehrere hochrangige Siwei-Manager vorsätzlich und bereits Jahre vor dem Kauf durch Caterpillar des Bilanzbetrugs schuldig gemacht hätten. Mehrere Manager seien inzwischen entlassen worden. Der Vorfall dürfte Zweifel von Investoren an der Unternehmensführung in China weiter wachsen lassen. Caterpillar will aber dennoch an dem Ausbau seines China-Geschäfts festhalten.

 
A worker washes a road grader at Holt Caterpillar, the largest Caterpillar dealer in the United States, in San Antonio, Texas March 19, 2012. REUTERS/Richard Carson