Asien-Geschäft des Luxusherstellers Richemont stagniert

Montag, 21. Januar 2013, 11:34 Uhr
 

Zürich (Reuters) - Für den Luxusgüterhersteller Richemont ist der Boom in Asien vorerst vorbei.

Der Hersteller von Cartier-Schmuck und hochwertigen Uhren der Marken IWC und Jaeger-LeCoultre konnte im Weihnachtsquartal in Fernost nicht mehr so viel verkaufen wie noch vor einem Jahr. Es sei unklar, wie sich das Geschäft in der Region Asien-Pazifik in naher Zukunft entwickeln werde, erklärten die Schweizer am Montag. Die Umsatzstagnation in Fernost war nach Richemont-Angaben vor allem darauf zurückzuführen, dass der Großhandel in Hongkong und in China weniger bestellte. Die Konjunkturentwicklung habe die Händler vorsichtig gemacht. Im Weihnachtsquartal 2011 waren die Umsätze noch um mehr als ein Drittel nach oben geschnellt.

Insgesamt stieg der Konzernumsatz in den drei Monaten bis Ende Dezember um neun Prozent auf 2,86 Milliarden Euro. Zu konstanten Wechselkursen nahmen die Verkäufe um fünf Prozent zu. Besser als in ihrem größten Markt Asien lief das Geschäft für die Schweizer in Europa und in Amerika, aber auch dort fiel das Wachstum geringer aus als vor einem Jahr. Im Vergleich zu den sechs Monaten von April bis September 2012 gingen die Wachstumsraten ebenfalls zurück.

Die Börse reagierte mit Gewinnmitnahmen. Die Richemont-Aktie, die seit Anfang 2012 um 60 Prozent zugelegt hatte, sank um rund sechs Prozent auf 74 Franken. Analysten hatte ein Umsatzwachstum von wechselkursbereinigt rund 7,5 Prozent erwartet. Die Titel von Konkurrenten wie des französischen Luxus-Weltmarktführers LVMH und des Uhrenkonzerns Swatch gaben jeweils um rund zwei Prozent nach.

Im Gegensatz zu Richemont zeigte sich der Lokalrivale Swatch kürzlich optimistischer für das Chinageschäft. "China ist und bleibt ein Wachstumstreiber", sagte Swatch-Konzernchef Nick Hayek vor zehn Tagen. Er setzt auf mittelpreisige Uhren der Marken Tissot und Longines. Im Hochpreissegment laufe es weniger dynamisch, hatte auch Hayek eingeräumt.

Auf mittlere Frist optimistisch blieben Analysten, trotz der unter ihren Prognosen liegenden Umsatzzahlen. Die jüngsten Wirtschaftsdaten aus China zeigten, dass die Konjunktur dort wieder an Fahrt gewinne und dann dürften die Chinesen auch wieder mehr Juwelen und Edeluhren kaufen, hieß es in einem Kommentar von Barclays. Credit Suisse riet in einem Marktkommentar, die Kursschwäche der Aktie zu Zukäufen zu nutzen. Im Laufe des Jahres dürfte sich das Wachstum bei Richemont wieder beschleunigen. Überdies sei die Aktie im Vergleich zum ganzen Luxus-Sektor immer noch günstig bewertet. Nach Einschätzung der Zürcher Kantonalbank (ZKB) dürfte das nur einstellige Umsatzwachstum an den Gewinnmargen nagen. Das Ergebnis des von April bis März laufenden Geschäftsjahres 2012/13 will Richemont am 16. Mai vorlegen.