Wincor-Geldautomaten in Schwellenländern gefragt

Montag, 21. Januar 2013, 12:55 Uhr
 

Düsseldorf (Reuters) - Der von der Schuldenkrise gebeutelte Geldautomatenhersteller Wincor Nixdorf hat die ersten Früchte seines Konzernumbaus geerntet.

Zum Jahresauftakt kletterten Umsatz und Gewinn kräftig. Dennoch stimmte Vorstandschef Eckard Heidloff am Montag in Paderborn die Aktionäre auf weiter schwierige Zeiten ein. Eine prinzipielle Aufhellung der Rahmenbedingungen sei nicht erkennbar. "Nach wie vor müssen wir von der anhaltenden Staatsschuldenkrise in Europa sprechen und nach wie vor scheint auch der Umgang mit den Staatsschulden in den USA nicht endgültig gelöst - um nur zwei der wesentlichen Faktoren anzusprechen", sagte der Konzernlenker auf der Hauptversammlung.

Allein die Entwicklung in den aufstrebenden Märkten stimmt Heidloff vorsichtig optimistisch: "Generell gehen wir in den Schwellenländern von einem deutlichen Wachstum aus." Er bekräftigte seine Jahresziele für 2012/13. Demnach peilt Wincor ein Umsatzplus von lediglich zwei Prozent und einen operativen Gewinn (Ebita) von 120 Millionen Euro an. Die Investitionszurückhaltung der Banken infolge der Schuldenkrise und Sanierungskosten hatten das Unternehmen im vergangenen Geschäftsjahr belastet.

NETTOGEWINN UND UMSATZ STEIGEN IM QUARTAL

Nun stieg Quartalsumsatz um zehn Prozent auf 669 Millionen Euro. Der operative Gewinn (Ebita) lag nach Restrukturierungskosten in den ersten drei Monaten des Bilanzjahres 2012/13 wie vor Jahresfrist bei 40 Millionen Euro. Netto verdiente das Paderborner Unternehmen mit 27 Millionen Euro acht Prozent mehr. Analysten und Händler zeigten sich positiv überrascht. Die Zahlen seien besser als erwartet, hieß es etwa bei der DZ Bank und bei LBBW. Anleger blieben indes vorsichtig: Die MDax-Titel notierten mit 38,57 Euro fast unverändert.

Wincor sucht wegen der Misere in Europa sein Heil verstärkt in den Schwellenländern. Ziel ist es, deren Geschäftsanteil in den kommenden Jahren auf 30 von derzeit 27 Prozent auszubauen. Die Produktionsverlagerung in die aufstrebenden Märkte und den damit einhergehenden Jobabbau in Deutschland lässt sich der Konzern Einiges kosten: Nach 40 Millionen im vergangenen Jahr will Heidloff für die Restrukturierungen nochmals 20 Millionen Euro in die Hand nehmen. Im Zuge des Konzernumbaus wurden 500 Stellen gestrichen. Heidloff verteidigte die Einschnitte. "Der gute Verlauf des ersten Quartals bestärkt uns darin, den begonnenen Umbau- und Anpassungsprozess des Unternehmens weiter voranzutreiben."