Kreise: Verkauf von Springer Science zieht sich hin

Montag, 21. Januar 2013, 17:15 Uhr
 

Frankfurt (Reuters) - Der Weiterverkauf des Wissenschaftsverlags Springer Science+ Business Media zieht sich laut Finanzkreisen länger hin als gedacht.

Ein Börsengang, wie ihn die Eigentümer EQT und GIC immer noch vorrangig verfolgten, sei frühestens Mitte dieses Jahres zu erwarten, sagten mehrere mit den Plänen vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Im Herbst war bei involvierten Bankern von einem Gang an die Börse im April 2013 die Rede gewesen. Der weltweit zweitgrößte Wissenschaftsverlag galt als einer der Hoffnungsträger für den deutschen Aktienmarkt.

Der schwedische Finanzinvestor EQT und der singapurische Staatsfonds GIC als Co-Investor hatten Finanzkreisen zufolge die US-Investmentbanken Goldman Sachs und JPMorgan als Berater engagiert, um parallel die Chancen auf einen Verkauf oder Börsengang auszuloten. EQT und GIC hätten im November bei möglichen Käufern vorgefühlt, seien aber von den Offerten enttäuscht worden, hieß es in den Kreisen. Damals hatte unter anderem Bertelsmann Interesse gezeigt.

EQT und GIC stellen sich einen Erlös von bis zu vier Milliarden Euro für Springer Science vor, das sie 2009 gekauft hatten. "Die Geschäftszahlen sind im Moment nicht gut genug, um den Verkaufsprozess zu forcieren", sagte ein Insider. EQT selbst betonte dagegen, dass Springer Science ein Rekordjahr hinter sich habe: "Nach ersten Indikationen sieht es so aus, als ob das Jahr 2012 das beste für Springer Science überhaupt war", sagte ein Sprecher.

Auch die "Financial Times" berichtete am Montag, die Finanzinvestoren gingen davon aus, dass für Springer Science zu einem späteren Zeitpunkt mehr zu erlösen sei. Sie wollten abwarten, bis die Entwicklung im Jahr 2014 besser absehbar sei. Der EQT-Sprecher sagte, die Finanzinvestoren sähen sich nicht unter Zeitdruck, da sie erst seit gut drei Jahren bei Springer Science investiert seien. Springer-Science-Chef Derk Haank hatte kürzlich gesagt, EQT und GIC wollten in den nächsten zwei Jahren bei Springer aussteigen. "In wenigen Monaten könnte es so weit sein. Wir sind bereit", sagte er der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung".