Laternenbauer Hess feuert Vorstände - Verdacht: Bilanzfälschung

Montag, 21. Januar 2013, 18:57 Uhr
 

Stuttgart (Reuters) - Wegen des Verdachts der Bilanzmanipulation hat der Straßenlaternen-Hersteller Hess seine beiden Vorstände fristlos vor die Tür gesetzt.

Beiden sei aus wichtigem Grund mit sofortiger Wirkung gekündigt worden, teilte der Börsenneuling am Montag in Villingen-Schwenningen mit. Vorstandschef des erst seit kurzem börsennotierten Unternehmens war bisher Christoph Hess, ein Mitglied der Gründerfamilie. Interne Prüfungen hätten ergeben, dass es "wahrscheinlich über einen längeren Zeitraum mit Kenntnis des Vorstands zu Verstößen gegen Bilanzierungsregelungen gekommen" sei. Es bestehe der Verdacht, dass mindestens seit 2011 fingierte Umsätze ausgewiesen worden seien. Die Finanz-, Vermögens- und Ertragslage sei dadurch zu positiv dargestellt worden.

Auf der Sondersitzung des Aufsichtsgremiums sei zudem beschlossen worden, eine Sonderuntersuchung durch unabhängige Wirtschaftsprüfer und Rechtsanwälte durchführen zu lassen, um das Ausmaß eines möglichen Schadens sowie bestehende Ansprüche festzustellen. Till Becker sei mit sofortiger Wirkung zum Mitglied des Vorstands der Gesellschaft bestellt worden.

Das Schwarzwälder Unternehmen war Ende Oktober an die Frankfurter Börse gegangen. Mit dem Gang auf das Börsenparkett hatte Hess 35,65 Millionen Euro eingenommen. Die Familie des am Montag geschassten Vorstandschefs Hess hält seitdem noch ein Drittel der Anteile. Finanzchef war bisher Peter Ziegler.