Siemens kann Quartalsgewinn offenbar nicht stabil halten

Dienstag, 22. Januar 2013, 11:22 Uhr
 

München (Reuters) - Die Hoffnungen der Siemens-Aktionäre auf einen stabilen Überschuss im ersten Quartal werden sich wohl nicht erfüllen.

Der Gewinn des Konzerns aus fortgeführtem Geschäft im abgelaufenen Quartal ist einem Insider zufolge ungefähr auf die von Analysten prognostizierte Summe von 1,14 Milliarden Euro zurückgegangen. Am Dienstagvormittag hatte ein Bericht des "Handelsblatts" die Siemens-Aktie kurzzeitig beflügelt: Der Zeitung zufolge soll der Gewinn aus fortgeführtem Geschäft, der zur Hauptversammlung am Mittwoch veröffentlicht werden soll, im Auftaktquartal 2012/13 bei 1,3 Milliarden Euro in etwa konstant geblieben sein.

Siemens wollte sich zu den Angaben nicht äußern und verwies auf die Veröffentlichung der Zwischenbilanz am Mittwochmorgen. Im Vorjahr hatte Siemens einen Gewinn aus dem fortgeführtem Geschäft von 1,46 Milliarden Euro ausgewiesen, mittlerweile aber einige Sparten zum Verkauf gestellt, die zu diesem Wert womöglich nicht mehr beitragen.

Aus Frankreich gibt es unterdessen Zeichen einer Erholung der globalen Nachfrage in den für Siemens wichtigen Märkten für Industrieausrüstung, Energie- und Infrastrukturtechnik. Der Siemens-Rivale Alstom vermeldete am Dienstag ein leichtes Auftragsplus. Vor allem Züge und Kraftwerkstechnik seien wieder gefragt, hieß es aus Paris.

Mit seiner Zügen hatte Siemens zuletzt wenig Glück. Im abgelaufenen Quartal lasten die Kosten für die verzögerte Auslieferung von ICE-Modellen an die Deutsche Bahn auf der Bilanz.

Dazu kommt der Ausstieg aus dem verlustreichen Solargeschäft sowie erste Ausgaben für das laufende Sparprogramm. Für den zweijährigen Konzernumbau hat Vorstandschef Peter Löscher 1,5 Milliarden Euro veranschlagt. Das Programm soll die jährlichen Kosten bis 2014 um sechs Milliarden Euro drücken. Zudem könnten die schärferen Sanktionen gegen den Iran sich nochmals in den Büchern des Konzerns niederschlagen. Zuletzt hatte Siemens-Finanzchef Joe Kaeser für die ohnehin auslaufenden Aktivitäten am persischen Golf knapp 330 Millionen Euro an Lasten verbuchen müssen, 700 Millionen Euro strich er aus dem Auftragsbuch.

 
Employees of German industrial group Siemens are reflected in the company logo in Berlin, November 26, 2009. REUTERS/Tobias Schwarz