EuGH-Urteil - Pay-TV-Sender müssen Fußballkurzberichte erlauben

Dienstag, 22. Januar 2013, 12:25 Uhr
 

Frankfurt (Reuters) - Pay-TV-Sender müssen einem höchstrichterlichen Urteil zufolge anderen TV-Anbietern eine Kurzberichterstattung über Top-Ereignisse zu geringen Kosten ermöglichen.

Das betrifft beispielsweise Fußball-Übertragungen. Jeder Fernsehsender, der in der EU niedergelassen ist, dürfe Kurzberichte über Ereignisse von großem öffentlichen Interesse senden, auch wenn an diesen Ereignissen exklusive Übertragungsrechte bestünden, verkündete der Europäische Gerichtshof (EuGH) am Dienstag. Dazu könnten kurze Ausschnitte frei aus dem Sendesignal des Exklusivrechteinhabers ausgewählt werden. Die Kosten dafür dürften nur den unmittelbaren technischen Zugang beinhalten.

Hintergrund ist ein Klage des Pay-TV-Senders Sky in Österreich. Sky hält dort die Übertragungsrechte an Spielen der Fußball-Europa-League. Der Österreichische Rundfunk (ORF) wollte über Spiele heimischer Mannschaften in kurzen Ausschnitten berichten - die österreichische Regulierungsbehörde hat dem ORF grünes Licht gegeben. Sky klagte dagegen bis zum höchsten europäischen Gericht.