US-Chemiegigant DuPont erleidet Gewinneinbruch

Dienstag, 22. Januar 2013, 17:22 Uhr
 

New York (Reuters) - Ein enttäuschendes Farbengeschäft und die Krise in der Solarbranche hat den US-Chemieriesen Dupont zum Jahresende ausgebremst.

Der Konzerngewinn brach im vierten Quartal um 70 Prozent auf 111 Millionen Dollar ein, wie der BASF-Rivale am Dienstag mitteilte. Florierende Geschäfte mit Chemikalien für die Landwirtschaft und die Ernährungsindustrie konnten die schrumpfende Nachfrage nach Farbpigmenten und Produkten für die Photovoltaik-Industrie nicht wettmachen. Analysten hatten allerdings einen noch kräftigeren Rückgang befürchtet. Die DuPont-Aktie gewann deswegen im frühen New Yorker Handel gut ein Prozent.

Der Konzern aus Wilmington im Bundesstaat Delaware legte als erstes großen US-Chemieunternehmen seine Bilanz vor. Weltmarktführer BASF will seine Zahlen zum vierten Quartal und Gesamtjahr 2012 am 26. Februar vorstellen. Rivale Bayer will zwei Tage später folgen.

Pro Aktie verdiente DuPont im abgelaufenen Quartal ohne Sonderfaktoren elf Cent. Das sind vier Cent mehr als Analysten dem Konzern zugetraut hatten. "Wir haben unsere Pläne an das sich verändernde Marktumfeld angepasst und bauen unsere Geschäfte in einer langsam wachsenden Weltwirtschaft aus", erklärte Konzernchefin Ellen Kullman. Der Chemieriese, der auch für seine Kevlar-Schutzwesten bekannt ist, hielt im vierten Quartal seinen Konzernumsatz zum Vorjahr annähernd stabil bei 7,33 Milliarden Dollar und lag damit knapp über den Expertenerwartungen von 7,26 Milliarden Dollar. Im Gesamtjahr 2012 baute Dupont seinen Umsatz dagegen leicht um drei Prozent auf 34,8 Milliarden Dollar aus, wobei die Erlöse in den Schwellenländern sogar um sechs Prozent anzogen.

LATEINAMERIKA UND AGROCHEMIE STÜTZEN GESCHÄFT

Rund lief es für Dupont im Schlussquartal in Lateinamerika. Dort kletterten die Umsätze um zehn Prozent auf 1,3 Milliarden Dollar. In der Heimatregion USA/Kanada sowie in der bisherigen Wachstumsregion Asien stagnierten die Erlöse dagegen auf Vorjahresniveau. Im von der Schuldenkrise geplagten Europa setzte DuPont von Oktober bis Dezember sogar acht Prozent weniger um als vor Jahresfrist.

Ein Lichtblick war das Geschäft mit Chemikalien und Saatgut für die Landwirtschaft. Aber auch im Geschäft mit der Ernährungs- und Gesundheitsindustrie konnte Dupont seinen Umsatz im vierten Quartal ausbauen. Die Sparte hatte Dupont vor rund zwei Jahren mit der Übernahme des dänischen Lebensmittelzusatz-Hersteller Danisco kräftig erweitert. Im klassischen Chemikaliengeschäft (Performance Chemicals) brachen die Umsätze dagegen um 15 Prozent ein, wobei insbesondere schleppende Geschäfte mit dem Weißpigment Titaniumdioxid für Belastung sorgten. Leicht rückläufig waren die Umsätze mit Materialien für die Elektronik- und Kommunikationsbranche. Zwar verkaufte Dupont mehr Chemiekomponenten für Samrtphones und Tablets, die Nachfrage aus der Solarbranche blieb dagegen schwach. DuPont produziert unter anderem Metallpasten für Solarzellen.

Für das neue Jahr stellte Konzernchef Kullman einen Betriebsgewinn von 3,85 bis 4,05 Dollar je Aktie und einen Umsatz von rund 36 Milliarden Dollar in Aussicht. Analysten gehen bislang im Schnitt von einem Ergebnis von 3,84 Dollar pro Anteilsschein und knapp 36 Milliarden Dollar Umsatz aus.