Kabel Deutschland lenkt in Kartellstreit ein

Mittwoch, 23. Januar 2013, 12:59 Uhr
 

Frankfurt (Reuters) - Kabel Deutschland will die Bedenken der Kartellwächter gegen die Übernahme von Tele Columbus mit einem Teilverkauf des kleinern Kabel-Rivalen zerstreuen.

Kabel Deutschland habe dem Kartellamt angeboten, einen Teil der Netze von Tele Columbus in Berlin, Dresden und Cottbus zu veräußern, teilte der größte Kabelnetzbetreiber des Landes am Mittwoch mit. Das entspräche 330.000 der insgesamt 1,6 Millionen Kunden von Tele Columbus. Die Wettbewerbshüter werden das Angebot nun prüfen, in dem sie etwa Konkurrenten von Kabel Deutschland wie den Markt-Zweiten Unitymedia Kabel BW oder die Deutsche Telekom befragen. Die Antwort soll nach Aussagen einer Sprecherin des Münchner Konzerns bis zum 15. Februar erfolgen.

Das Kartellamt hatte Anfang Dezember "wettbewerbliche Bedenken" gegen den Kauf von Tele Columbus durch Kabel Deutschland angemeldet. "Der Zukauf von Tele Columbus würde die gemeinsame Marktbeherrschung verstärken", heiß es. Der Marktführer aus München hatte die gut 600 Millionen Euro schwere Transaktion im Mai angekündigt. Tele Columbus ist vor allem in Ostdeutschland sowie in Hessen und Nordrhein-Westfalen aktiv und war der letzte der großen Kabelbetreiber, der noch zu haben war. Der deutsche Kabel-Markt ist ansonsten verteilt: Der Marktführer aus München, dem 2010 der Sprung an die Börse gelang, versorgt Haushalte in 13 Bundesländern mit Fernsehen, Telefon und Internet. Unitymedia Kabel BW ist in Nordrhein-Westfalen, Hessen und Baden-Württemberg aktiv. Die beiden großen Kabelkonzerne verfügen in ihren Bundesländern über Gebietsmonopole - Konkurrenz machen sie sich untereinander nicht.

Die Bonner Behörde steht Übernahmen in der Kabelbranche traditionell skeptisch gegenüber. Die Expansionspläne von Kabel Deutschland stoppten die Beamten schon einige Male. Den Zusammenschluss von Unitymedia mit Kabel BW genehmigten sie nur unter weitreichenden Auflagen.