Chipfirmen AMD und TI enttäuschen mit düsteren Prognosen

Mittwoch, 23. Januar 2013, 12:59 Uhr
 

San Francisco (Reuters) - Die US-Chiphersteller AMD und Texas Instruments geraten im Wandel der PC-Branche weiter ins Hintertreffen.

Beide Konzerne schnitten im vierten Quartal schlechter ab als im Vorjahr. Während AMD sich wie der größere Rivale Intel stärker auf das boomende Geschäft mit Halbleitern für Smartphones und Tablets konzentrieren will, verkleinert TI wegen des harten Wettbewerbs etwa durch Qualcomm dieses Segment. Die derzeitige Nachfrageschwäche begründete TI mit den konjunkturellen Unsicherheiten in Europa und China sowie der unklaren Politik in den USA. "Kombiniert macht dies die Kunden zurückhaltend und hält sie davon ab, Risiken einzugehen", sagte TI-Finanzchef Kevin March zu Reuters. Kunden stellten Ausgaben hinten an und warteten lieber ab.

TI stellt Chips für diverse Branchen von der Energiewirtschaft über die Verbraucherelektronik bis zur Autoindustrie her. Im November hatte der Konzern angekündigt, das wenig ertragreiche Geschäft mit Mobilfunk-Prozessoren einzudampfen und 1700 Stellen abzubauen. Dies werde den Umsatz im ersten Quartal mit 135 Millionen Dollar belasten, hieß es bei der Vorstellung des Quartalsberichts am Dienstag nach US-Börsenschluss. Deswegen könnten die Erlöse unterhalb der bisher prognostizierten Spanne zwischen 2,69 und 2,91 Milliarden Dollar liegen. Zugleich teilte TI jedoch mit, das Geschäft im Januar besser aussehe als im Dezember.

Bernstein-Analystin Stacy Rasgon gab sich angesichts der neuen Konzentration auf Analag-Chips und eingebaute Halbleiter optimistisch: "Es sieht danach aus, als würde es langsam bergauf gehen." Die TI-Aktie gab nachbörslich etwas nach. Im vierten Quartal fiel der TI-Gewinn im Vergleich zum Vorjahr um elf Prozent auf 264 Millionen Dollar. Der Umsatz ging um knapp 13 Prozent auf 2,98 Milliarden Dollar zurück.

AMD WARNT VOR UNRUHIGEM FAHRWASSER

Wegen des Siegeszugs der Tablets und Smartphones warnte AMD-Chef Rory Pead vor unruhigem Fahrwasser in der PC-Branche. Der Markt werde 2013 bewegt sein, kündigte Pead an. Fürs laufende erste Quartal rechnet der Konzern aus Kalifornien mit einem Umsatzrückgang von neun Prozent im Vergleich zum Vorquartal, mit möglichen Schwankungen von bis zu drei Prozentpunkten. Branchenprimus Intel rechnet hingegen nur mit einem Minus von sechs Prozent. Zuletzt brachte auch die Einführung des neuen Microsoft-Betriebssystems Windows 8 im Oktober Intel wie auch AMD nicht den erhofften Schwung. Die Prognosen reflektieren laut Evercore-Analyst Patrick Wang die Unterschiede in den Wettbewerbspositionen. Während Intel im vierten Quartal unter dem Strich noch 2,5 Milliarden Dollar verdiente, weitete AMD seinen Verlust auf 473 Millionen Dollar nach 177 Millionen Dollar im Vorjahresquartal aus. Der Umsatz fiel um rund 31 Prozent auf 1,16 Milliarden Dollar.

Aufholen will AMD, der zu den ältesten Chipherstellern im Silicon Valley gehört, nun vor allem durch das Erobern neuer Märkte. Zugleich sollen die eingeleiteten Einsparungen fortgesetzt werden. Anlegern genügte das zunächst: Die AMD-Aktie legte nachbörslich mehr als drei Prozent zu.