IBM macht Technologiebranche mit guten Zahlen Hoffnung

Mittwoch, 23. Januar 2013, 13:40 Uhr
 

New York (Reuters) - Der weltgrößte IT-Dienstleister IBM macht der Technologiebranche Hoffnung auf eine baldige Erholung.

Der US-Konzern glänzte zum Jahresende 2012 dank prozentual zweistelliger Zuwächse in Schwellenländern wie Brasilien, Russland, Indien und China. Der Gewinn schnellte im vierten Quartal unerwartet stark um zehn Prozent auf 6,1 Milliarden Dollar nach oben, wie IBM am Dienstagabend mitteilte. Der Oracle-Rivale blickt zudem zuversichtlich auf das angelaufene Jahr: Den Investoren versprach "Big Blue" für 2013 einen Gewinn je Aktie von mindestens 16,70 Dollar, während Analysten bislang nur mit 16,57 Dollar rechnen. IBM-Aktien legten daraufhin außerbörslich mehr als vier Prozent zu.

Das politische Gerangel in den USA um die sogenannte US-Fiskalklippe hatte keinen entscheidenden Einfluss auf die Bilanz. Zwar fiel der Quartalsumsatz, nachdem einige Konzernteile abgestoßen wurden, um ein Prozent auf 29,3 Milliarden Dollar. Analysten hatten aber im Schnitt nur 29,05 Milliarden Dollar erwartet. Viele Beobachter hatten zuvor befürchtet, dass das letzte Vierteljahr wegen des erbittert geführten Haushaltsstreits schwach ausfallen könnte. Denn es drohen automatische Steuererhöhungen und Ausgabenkürzungen, was die USA in eine Rezession abgleiten lassen kann. Doch offenbar haben viele Firmen ihre Investitionen nicht zurückgehalten.

Experten betonten zudem, IBMs vor rund zehn Jahren begonnene strategische Ausrichtung auf IT-Services zahle weiter sich aus. "IBM ist besser aufgestellt in dem schwierigen konjunkturellen Umfeld als die meisten anderen Technologiefirmen", erklärte die Branchenexpertin Cindy Shaw.

Damals hatte IBM den Ausstieg aus dem PC-Bereich beschlossen und das Beratungsgeschäft von PriceWaterhouse gekauft. Seither kümmert sich IBM darum, mit Software und Technologie Lösungen für Unternehmen zu finden. "Was IBM besser kann als andere - mit der Ausnahme von Accenture - ist es, Probleme zu lösen. Und ich meine nicht Kostensenkungen, sondern wirklich, den Umsatz zu steigern", ergänzte Shaw. Die Bilanz sei ein Erfolg des Geschäftsmodells, das eben so kein anderer habe. Die meisten Experten sagten, von einer Erholung der Technologie-Ausgaben könne noch nicht die Rede sein. Doch die nächsten Monate dürften besser werden.