Teure Forschung drückt Gewinn von Biotechkonzern Amgen

Donnerstag, 24. Januar 2013, 12:39 Uhr
 

New York (Reuters) - Der weltgrößte Biotechkonzern Amgen investiert kräftig in seine Medikamentenforschung und nimmt dafür zeitweilige Ergebniseinbußen in Kauf.

Im vierten Quartal schrumpfte der Gewinn den Angaben vom Mittwochabend zufolge um 16 Prozent auf 788 Millionen Dollar, übertraf aber die Erwartungen der Analysten. Der auch durch seine Blutpräparate Epo und Aranesp bekannte Konzern legte zudem einen optimistischen Ausblick vor. Nachbörslich verlor die Aktie 0,6 Prozent.

"Wir starten 2013 mit gutem Schwung, einer breit aufgestellten Pipeline von Wirkstoffen in der späten Entwicklungsphase und anhaltender Konzentration auf den Ausbau unseres internationalen Geschäfts", erklärte Konzernchef Robert Bradway. Er stellte für das Gesamtjahr einen Umsatz von 17,8 bis 18,2 Milliarden Dollar in Aussicht sowie einen bereinigten Gewinn je Aktie von 6,85 bis 7,15 Dollar. Analysten trauten Amgen für 2013 bislang Erlöse von 17,7 Milliarden Dollar und ein bereinigtes Ergebnis je Aktie von 6,99 Dollar zu.

Die mittelfristigen Umsatz- und Ergebnisziele will Amgen nun wohl früher erreichen. Bislang waren für 2015 Umsätze von 16 bis 18 Milliarden Dollar und ein bereinigter Gewinn je Aktie von 7,25 bis 8,60 Dollar vorhergesagt. Jetzt will Bradway das obere Ende der Umsatzspanne schon 2013 und die Gewinnprognose bereits mindestens ein Jahr früher erfüllen.

INVESTITIONEN IN NEUE ARZNEIEN

Um sich für die Zukunft zu rüsten, investiert Amgen derzeit kräftig in die Entwicklung neuer Medikamente. Dazu zählt auch ein von Experten viel beachteter Cholesterinsenker, der zur neuen Klasse der PCSK9-Hemmer zählt. Eine zulassungsrelevante späte klinische Studie ist bereits unterwegs. Allein im vierten Quartal erhöhte Amgen seine Forschungs- und Entwicklungsausgaben zum Vorjahr um neun Prozent. Die Kosten für Vertrieb und Verwaltung kletterten um 13 Prozent.

Amgen setzte im Schlussquartal 4,42 Milliarden Dollar um - ein Plus von elf Prozent. Dabei stiegen die Erlöse mit dem Mittel Enbrel gegen Arthritis um Schuppenflechte auch dank Preisanhebungen um 23 Prozent auf 1,16 Milliarden Dollar. Der Abwärtstrend bei den älteren Präparaten Aranesp und Epo setzte sich hingegen fort: Die Erlöse mit Aranesp fielen um neun Prozent auf 489 Millionen Dollar, mit Epo gingen sie um ein Prozent auf 479 Millionen zurück. Das Mittel Prolia gegen Knochenschwund brachte Amgen 154 Millionen Dollar im Quartal ein. Sowohl die Geschäfte mit Enbrel als auch mit Prolia liefen besser als Analysten erwartet hatten.