Pensionskosten brocken AT&T Milliarden-Verlust ein

Freitag, 25. Januar 2013, 13:58 Uhr
 

New York (Reuters) - Milliardenschwere Pensionslasten haben den US-Telefonkonzern AT&T tief in die roten Zahlen gedrückt.

Der Verlust im vierten Quartal 2012 habe sich auf knapp 3,9 Milliarden Dollar belaufen, teilte AT&T in der Nacht zum Freitag mit. Zusätzlich haben die Kosten für den Wiederaufbau von Telefonmasten die Bilanz belastet, die der Wirbelsturm Sandy umgeknickt hatte - wenn auch nur mit 175 Millionen Dollar. Der hohe Fehlbetrag schreckte die Aktionäre allerdings nicht, da der Konzern die Rückstellungen für Ruheständler bereits angekündigt hatte.

Kummer sind die Aktionäre des einstigen Monopolisten gewöhnt: Vor einem Jahr kam AT&T die gescheiterte Mobilfunk-Ehe mit der Deutschen Telekom teuer zu stehen. Wegen einer vertraglich vereinbarten Milliarden-Entschädigung an die Deutschen türmte sich im Schlussquartal 2011 ein Verlust von 6,7 Milliarden Dollar auf.

Auf dem US-Mobilfunkmarkt hat die Nummer zwei zu kämpfen, seit auch die Rivalen das iPhone von Apple im Programm haben. Im vierten Quartal konnten 780.000 neue Kunden gewonnen werden, mehr als Analysten erwarteten. Im Vergleich zu Verizonverliert AT&T aber den Anschluss: Der Marktführer lockte im gleichen Zeitraum drei mal so viele Neukunden. AT&T war iPhone-Pionier und verkaufte den Handybesteller von Apple seitdem Debüt 2007 lange Zeit exklusiv. Der Erfolg war so groß, dass es wiederholt zu Netzzusammenbrüchen in Großstädten kam, weil zu viele iPhone-Nutzer gleichzeitig im Netz waren. Die Zeiten sind längst passe: Nach Verizon bietet das Kulthandy mittlerweile auch der Markt-Dritte Sprint Nextel feil - der Telekom-Ableger T-Mobile USA zieht in den nächsten Monaten nach.

Der Erfolg ist allerdings teuer erkauft, da die Betreiber die Geräte um Kampf um jeden Abonnenten mit hohen Subventionen in den Markt drücken - auf Kosten des Gewinns. AT&T brachte im vierten Quartal 8,6 Millionen iPhones an den Kunden, die operative Marge sank deshalb auf 29,1 Prozent und lag zwei Punkte unter den Schätzungen. T-Mobile USA verkauft Handys mittlerweile ohne Zuschuss. AT&T-Chef Randall Stephenson findet an der Idee gefallen: "Das ist etwas, was wir uns anschauen werden."

Einsilbig wurde er, als es um die Übernahmepläne seines Unternehmens ging. Das "Wall Street Journal" hatte jüngst berichtet, AT&T suche nach Zukaufsmöglichkeiten in wichtigen europäischen Märkten wie Deutschland, den Niederlanden und Großbritannien, um das schwache Wachstum am Heimatmarkt aufzufangen. Darauf angesprochen, erwiderte er lediglich: "No comment".

Für dieses Jahr peilt der Vorstand Wachstum an: Der Gewinn pro Aktie solle sieben bis acht Prozent oder mehr wachsen - der Umsatz um mindestens zwei Prozent zulegen.