China erhebt Strafzölle auf Chemikalien - BASF betroffen

Freitag, 25. Januar 2013, 15:37 Uhr
 

Peking/Frankfurt (Reuters) - China hat im schwelenden Handelsstreit mit der Europäischen Union (EU) und den USA neue Zölle auf zwei Chemikalien erhoben.

Von dem Schritt ist neben den US-Konzernen Equistar Chemicals und Eastman Chemical auch der Branchenprimus BASF betroffen. China will ab dem 28. Januar auf die beiden Substanzen, die als Lösungsmittel eingesetzt werden, Abgaben zwischen 9,3 und 18,8 Prozent erheben, wie das chinesische Handelsministerium am Freitag auf seiner Webseite mitteilte. "In Europa und den USA produziertes Glykol und Diethylenglykol werden billig auf den chinesischen Markt gebracht, was der heimischen Industrie erheblichen Schaden zugefügt hat", begründete das Ministerium den Schritt. Die Zölle sollten über fünf Jahre erhoben werden.

China auf der einen sowie die USA und die EU auf der anderen Seite werfen sich gegenseitig Protektionismus vor und haben in den vergangenen Jahren immer wieder Strafzölle in verschiedenen Bereichen wie der Solar- oder Autobranche erhoben. Die Volksrepublik hat beispielsweise Autoimporte aus den USA mit Anti-Dumping-Zöllen belegt, die USA wiederum verlangen beispielsweise hohe Abgaben auf Stahltürme für Windkraftanlagen aus chinesischer Produktion. Auch die Welthandelsorganisation WTO wurde in dem Streit bereits eingeschaltet.

Bei den beiden Chemikalien, die unter anderem in Farben und Reinigern Verwendung finden, hat sich BASF bereits entschieden, die Zölle zu akzeptieren. "Wir sehen keine große Auswirkungen auf unser Geschäft mit Lösungsmitteln", erklärte eine Sprecherin. BASF schaltete sich nicht groß in das Verfahren ein, das zu den Strafzöllen führte. "Wir nehmen Anti-Dumping-Verfahren sehr ernst und sind bemüht, entsprechende Vorwürfe zu entkräften", sagte die Sprecherin. Die Verfahren seien aber stets mit einem hohen Personal- und Kostenaufwand verbunden, was nicht bei allen Produkten gerechtfertigt sei.