Billigflieger Ryanair erhöht Jahresprognose

Montag, 28. Januar 2013, 13:18 Uhr
 

Dublin (Reuters) - Reisefreudige Nordeuropäer machen Ryanair optimistisch:

Der Billigflieger erhöht seine Jahresprognose. Nach guten Geschäften im dritten Geschäftsquartal rechnen die Iren mit einem Gewinn im Geschäftsjahr 2012/2013 von rund 540 Millionen Euro, bis zu 50 Millionen Euro mehr als bislang. "Wir haben eine starke Nachfrage in Großbritannien, Deutschland und Skandinavien erlebt und das hat sich direkt auf den Gewinn ausgewirkt", sagte der Ryanair-Manager Michael Cawley. Die Airline profitierte von höheren Ticketpreisen. Bei seinen preissensiblen Kunden konnte der EasyJet-Konkurrent im Schnitt im Weihnachtsgeschäft acht Prozent teurere Tickets durchsetzen, mehr als erwartet.

Bei Ryanair stieg damit der Gewinn im dritten Quartal zum Vorjahr um ein Fünftel auf rund 18 Millionen Euro. Erwartet worden war hingegen ein leichter Verlust. Die Zahl der Passagiere stieg um drei Prozent auf 17,3 Millionen. Ryanair ist es in der Vergangenheit gelungen, Rivalen Kunden abspenstig zu machen. Die Konkurrenz hat zuletzt angesichts der globalen Konjunkturschwäche und steigenden Kerosinkosten ihre Kapazitäten zurückgefahren.

Der Umsatz legte im Weihnachtsgeschäft um 15 Prozent auf 969 Millionen Euro zu. Damit schnitt Ryanair besser ab als der britische Rivale Easyjet, dessen Erlöse um 9,2 Prozent anzogen. "Die Nachfrage übersteigt auf der Kurzstrecke das Angebot und Ryanair zieht daraus Kapital", sagte Analyst Stephen Furlong vom Vermögensberater Davy. An der Börse gab es trotzdem keine Freudensprünge. Die Ryanair-Aktie gab mit einem Minus von zwei Prozent sogar stärker nach als das Marktumfeld.

Angesichts der anhaltenden Restrukturierungen und Einsparungen bei Air France, Air Berlin und Lufthansa ist Ryanair-Chef Michael O'Leary optimistisch. Dies werde Ryanair helfen, das Wachstumsziel von 120 Millionen Passagieren im nächsten Jahrzehnt zu erreichen, kündigte der Airline-Chef an. Fürs laufende Quartal geht der Konzern aber von einem Rückgang der Kundenzahl um rund 400.000 zum Vorjahreszeitraum aus. Dies hänge damit zusammen, dass etwa 80 Flugzeuge am Boden blieben und die Nachfrage zu Jahresbeginn stets schwächer ausfalle. Man sei weiterhin in Gesprächen mit Boeing über eine größere Flugzeugbestellung.

Ryanair erklärte zudem, zuversichtlich zu sein für die sich in die Länge ziehende Übernahme des irischen Wettbewerbers Aer Lingus. Zuletzt kündigte der Konzern Zugeständnisse gegenüber den Wettbewerbshütern an, um das Ja für den etwa 690 Millionen Euro schweren Kauf zu erhalten.