Caterpillar-Gewinn bricht nach Bilanzskandal in China ein

Montag, 28. Januar 2013, 17:06 Uhr
 

Chicago (Reuters) - Ein Bilanzskandal in China setzt dem weltgrößten Baumaschinen-Hersteller Caterpillar zu.

Der Überschuss brach im vierten Quartal 2012 um 55 Prozent auf 697 Millionen Dollar ein, wie der US-Konzern am Montag mitteilte. Die erst im vorigen Sommer übernommene Firma Siwei hatte ihre Lagerbestände falsch angegeben. Dadurch wurde eine Abschreibung in Höhe von 580 Millionen Dollar fällig. Zugleich ging der Caterpillar-Umsatz im Zuge der globalen Konjunkturflaute um sieben Prozent auf 16,1 Milliarden Dollar zurück.

Investoren fokussierten sich aber auf die positiven Aspekte. So stiegen die Aktien des Unternehmens an der Wall Street um gut ein Prozent. "Wir sind ermutigt von den jüngsten Verbesserungen bei den Konjunkturindikatoren, bleiben aber vorsichtig", sagte Caterpillar-Chef Doug Oberhelman. Vor allem in den USA und China hatte es zuletzt Signale für ein stärkeres Wachstum gegeben. Damit kann sich das Unternehmen Hoffnung machen, bald wieder mehr Traktoren und Bulldozer zu verkaufen. Zuletzt hatten die Kunden ihre Maschinen länger genutzt und waren erst später als sonst bereit, in neue Geräte zu investieren. Mit einer Trendwende rechnet der Konzern kurzfristig aber noch nicht.

Caterpillar hatte vergangenes Jahr für gut 653 Millionen Dollar den chinesischen Bergbauausrüster ERA Mining Machinery mit der nun von dem Bilanzskandal betroffenen Tochter Siwei geschluckt. Nach der Übernahme kam heraus, dass die tatsächlichen Vorräte nicht mit den Werten in der Bilanz übereinstimmten. Die Wertkorrektur war die Folge. 2013 soll der Fall aber nicht mehr auf den Gewinn drücken.

Trotzdem dürfte das gerade begonnene Jahr schwierig werden. Das Unternehmen rechnet nur mit einem Gewinn je Aktie von sieben bis neun Dollar, während Analysten zuletzt von 9,12 Dollar ausgegangen waren. Im Schlussquartal 2012 konnte der Wert der Bestände in den Lagerhäusern im Vergleich mit dem dritten Quartal um zwei Milliarden Dollar reduziert werden. Im Jahresvergleich liegt das Niveau aber noch immer um eine Milliarde Dollar höher.