Konflikt um Sparkurs bei Opel verschärft sich

Montag, 28. Januar 2013, 19:13 Uhr
 

Frankfurt (Reuters) - Der Konflikt um den geplanten Sparkurs bei Opel verschärft sich.

Der angeschlagene Autobauer fordert nach Angaben des Betriebsrats Bochum und der IG Metall vom Montag einen Ausstieg aus dem Flächentarifvertrag. Als Voraussetzung für Verhandlungen verlange der Vorstand nicht nur in Bochum, sondern auch an den Standorten Rüsselsheim, Eisenach, Kaiserslautern und Dudenhofen den Verzicht auf Lohnerhöhungen, teilten der Betriebsrat und die Gewerkschaft in Bochum mit. Damit steige Opel aus der Tarifstruktur der Automobil- und Elektroindustrie aus. "Das wird die IG Metall niemals akzeptieren. Es wäre ein Dammbruch für die gesamte Metallindustrie", erklärten die Arbeitnehmer-Vertreter. Bei Opel war zunächst keine Stellungnahme zu der Mitteilung erhältlich.

Die Opel-Mutter General Motors hatte vergangene Woche den Druck auf ihre angeschlagene Tochter Opel erhöht. Sollte bis Februar keine Einigung mit dem Betriebsrat und der IG Metall über ein neues Sparpaket erzielt sein, fühlt sich das Management nicht mehr an frühere Angebote gebunden. Die Fahrzeug-Produktion in der Fabrik in Bochum mit seinen knapp 3400 Beschäftigten würde dann bereits zum 1. Januar 2015 eingestellt. Bislang will GM die Produktion des Familienwagens Zafira dort 2016 auslaufen lassen.

Der US-Autoriese GM verhandelt bereits seit vergangenen Sommer über weitere Einschnitte bei Opel. Die schwierigen Gespräche laufen bislang nur schleppend. Parallel hat der US-Konzern ein Investitionsprogramm aufgelegt, um das Europageschäft mit den beiden Marken Opel und Vauxhall in die Gewinnzone zu führen. So sollen in den nächsten Jahren zahlreiche neue Modelle wie der kleine Geländewagen Mokka und der Stadtwagen Adam an den Start gehen.