Volvo will mit Baukastensystem nach VW-Vorbild wachsen

Dienstag, 29. Januar 2013, 12:07 Uhr
 

Bochum (Reuters) - Der zum chinesischen Geely-Konzern gehörende Autobauer Volvo will mit Hilfe eines Baukastensystems nach dem Vorbild von VW in den nächsten Jahren seine Modellvielfalt steigern.

"Das ist der Weg, um auch als kleiner Autobauer zu wachsen," sagte Vorstandschef Hakan Samuelsson der Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag am Rande des CAR-Symposiums in Bochum. Dank des von Volkswagen perfektionierten Systems gleicher Bauteile sei es möglich, die Stückzahlen zu steigern, ohne sich dafür mit einem anderen Autobauer zusammenschließen zu müssen. "Man braucht keinen Partner, um die Entwicklungskosten zu teilen." Samuelsson war vor seinerzeit bei Volvo Chef des Lkw-Bauers MAN, wo bereits damals nach dem Lego-Prinzip gleiche Module eingesetzt wurden.

Bei Volvo will Samuelsson den Absatz binnen acht Jahren auf 800.000 Einheiten verdoppeln. Die Hälfte des Wachstums soll aus China kommen, der Rest sich auf USA und Europa verteilen. Amerika ist bisher der wichtigste Markt für die schwedische Traditionsmarke.

Im Heimatland seines Mutterkonzerns Geely soll Volvo bis zum Jahr 2020 rund 200.000 Fahrzeuge losschlagen und den etablierten Premiumautobauern Audi, BMW und Daimler damit Konkurrenz machen. Dafür zieht Volvo in der Volksrepublik derzeit Fabriken hoch, zugleich soll das Händlernetz vergrößert werden. Zuletzt verkaufte Volvo im Reich der Mitte 42.000 Wagen und war damit ein Nischenhersteller auf dem weltweit größten Pkw-Markt.

VW führt derzeit den "modularen Querbaukasten" ein. Die ersten Modelle sind der neue VW-Golf in siebter Generation und der A3 von Audi. Für größere Fahrzeuge gibt es einen eigenen Baukasten. Das Prinzip ist vergleichbar mit einem Legobaukasten. Wenn die Kundschaft nach einer neuen Spielart eines Fahrzeugs ruft - etwa einem kleinen Geländewagen oder einem Cabriolet auf Basis eines existierenden Modells - können sich die Entwickler aus vorentwickelten Teilen bedienen. Der Fahrzeugboden, die Achsen oder Motor und Getriebe sind so ausgelegt, dass sie nicht nur für einen Autotyp passen, sondern gleich für mehrere Modelle und über die Grenzen der Marken hinweg verwendet werden können. Auch andere Autobauer bedienen sich solcher Baukästen.