Spartenverkauf lässt Gewinn von Pfizer anschwellen

Dienstag, 29. Januar 2013, 17:06 Uhr
 

New York/Frankfurt (Reuters) - Milliardenerträge aus einem Spartenverkauf haben dem US-Pharmariesen Pfizer zu einem Gewinnschub verholfen.

Der Branchenprimus aus New York verdiente im Schlussquartal des vergangenen Jahres 6,3 Milliarden Dollar - vier mal so viel wie ein Jahr zuvor. Vor allem der Verkauf der Babynahrungssparte an Nestle für rund zwölf Milliarden Dollar ließ den Gewinn anschwellen. Aber auch wieder florierende Geschäfte in den Schwellenländern trugen zu dem kräftigen Zuwachs bei. Für das neue Jahr blieb Konzernchef Ian Read am Dienstag allerdings eher vorsichtig. Weiterhin macht Pfizer zu schaffen, dass der einstige Kassenschlager, der Cholesterinsenker Lipitor, in den USA und Europa inzwischen ohne Patentschutz dasteht.

Anlegern sahen kurz nach Veröffentlichung vor allem die positiven Seiten des Zahlenwerks. Die Pfizer-Aktie legte im frühen Handel an der Wall Street 2,3 Prozent zu.

Der für seine Potenzpille Viagra bekannte Konzern brachte Ende November den Verkauf seiner Babynahrungssparte unter Dach und Fach. Das allein spülte dem Konzern im Schlussquartal rund 4,8 Milliarden Dollar in die Kasse. Sondereinflüsse herausgerechnet verdiente Pfizer 47 Cent pro Aktie und damit mehr als von Analysten erwartet. Der Umsatz sank binnen Jahresfrist allerdings um sieben Prozent auf 15,1 Milliarden Dollar. Allein die Umsätze mit Lipitor brachen um 71 Prozent auf 584 Millionen Dollar ein, im Gesamtjahr schrumpften sie um 59 Prozent auf 3,9 Milliarden Dollar. Zu Spitzenzeiten stand das Medikament noch für 13 Milliarden Dollar Jahresumsatz und war damit das weltweit umsatzstärkste Präparat.

Rund lief es dagegen mit dem Schmerzmittel Lyrica: Die Umsätze kletterten um 13 Prozent auf 1,1 Milliarden Dollar. Die Erlöse mit dem Impfstoff Prevnar 13 zum Schutz vor Infektionen mit Pneumokokken-Bakterien, die unter anderem Lungen- und Mittelohrentzündungen auslösen können, schnellten um 19 Prozent auf 993 Millionen Dollar in die Höhe. Die Einnahmen mit dem Arthritis-Mittel Celebrex wuchsen um zwölf Prozent auf 750 Millionen Dollar.

KRÄFTIGES PLUS IN SCHWELLENLÄNDERN

Auch das Geschäft in den Schwellenländern florierte. In der Sparte baute Pfizer seine Umsätze um 17 Prozent auf 2,65 Milliarden Dollar aus, wobei vor allem das Geschäft in China herausstach. Im vorangegangen Quartal stand für den Bereich noch ein Rückgang in den Büchern. Auch mit den neuen Produkten zeigte sich Vorstandschef Read zufrieden. Der Konzern habe zudem Kosten gesenkt und seine Pläne für künftiges Wachstum vorangetrieben. Für 2013 rechnet Read allerdings mit einem Umsatzrückgang. Auf rund vier Milliarden Dollar taxierte er allein die Einbußen durch Patentverluste.

Read hatte bei Pfizer einen Umbau eingeleitet. Neben dem Verkauf der Babynahrungssparte soll das inzwischen als "Zoetis" auftretende Tiergesundheitsgeschäft an die Börse gebracht werden. Pfizer hofft mit der Platzierung von rund 20 Prozent der Anteile bis zu 2,5 Milliarden Dollar einzunehmen.

 
People walk past the Pfizer World headquaters in New York, February 3, 2010.