Deutsche Telekom will in USA Rivalen Sprint überholen

Dienstag, 29. Januar 2013, 16:10 Uhr
 

Berlin/Frankfurt (Reuters) - Die Deutsche Telekom will in den USA zum drittgrößten Mobilfunkanbieter aufsteigen.

"Wir sehen Möglichkeiten, auf den dritten Platz vorzurücken", sagte der Chef der Konzerntochter T-Mobile USA, John Legere, der Zeitung "Die Welt" (Dienstagausgabe). Legeres Strategie ist es demnach, AT&T Marktanteile abzujagen und damit den Rivalen Sprint Nextel auf den vierten Rang zurückzuwerfen. Bis dahin ist es allerdings noch ein weiter Weg: Sprint zählt 53 Millionen Kunden, T-Mobile USA rangiert mit 33 Millionen Nutzern auf dem vierten Rang. Verringern will die Telekom den Abstand auf dem US-Markt durch die geplante Fusion mit dem Regionalanbieter MetroPCS - damit stiege die Zahl der Handy-Kunden auf 42 Millionen.

Der Manager geht davon aus, dass sich der Markt schnell ändern kann. "Es wäre aber arrogant zu glauben, dass sich dieser Kampf unter uns vieren abspielt", sagte er. Es könnten jederzeit andere Unternehmen in den Markt eintreten, ob das nun Apple, Google oder die Satelliten-TV-Anbieter Dish und Direct TV seien. T-Mobile selbst schaue sich Möglichkeiten von Kooperationen genau an, wird Legere zitiert. Vor drei Wochen hatte er in einem Reuters-Interview signalisiert, dass er eine Partnerschaft mit Dish anstrebe.

T-Mobile USA ist das Sorgenkind des Bonner Konzerns. Gründe sind die schlechtere Netzabdeckung und das bisherige Fehlen von iPhones im Angebot. Mit dem Verkauf des Apple-Zugpferds soll jedoch in einigen Monaten begonnen werden. Eigentlich wollte sich die Telekom komplett aus den USA zurückziehen und T-Mobile USA für 39 Milliarden Dollar an den Telekomriesen AT&T verkaufen. Die US-Wettbewerbsbehörden stoppten die Transaktion mit der Begründung, das damit einer der vier landesweiten Mobilfunknetzbetreiber verschwunden wäre.