LEG-Eigentümer dürfen auf 1,3 Milliarden Euro hoffen

Dienstag, 29. Januar 2013, 19:05 Uhr
 

Frankfurt (Reuters) - Die beiden Eigentümer von LEG Immobilien dürfen beim Börsengang des Düsseldorfer Wohnimmobilienkonzerns auf einen Erlös von 1,3 Milliarden Euro hoffen.

Die knapp 30,5 Millionen Aktien der LEG dürften zu einem Preis zwischen 43 und 45 Euro ausgegeben werden, wie drei mit den Plänen vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag sagten. Die begleitenden Banken - allen voran Deutsche Bank und Goldman Sachs - hätten Interessenten informiert, dass sie in dieser Spanne gute Chancen auf eine Zuteilung hätten. Den Banken lägen zu einem Preis von 44 Euro zwei Tage vor dem Ende der Zeichnungsfrist genügend Gebote vor, um alle LEG-Papiere einschließlich der Platzierungsreserve an den Mann zu bringen.

In der Regel müssen die Bücher bei Börsengängen aber doppelt überzeichnet sein, damit sich die Banken die Käufer aussuchen können und auf genügend langfristige Investoren bauen können. Die Private-Equity-Sparte von Goldman Sachs und der Hedgefonds Perry Capital wollen bei dem Börsengang bis zu 57,5 Prozent an der LEG abgeben. LEG und die Banken wollten sich zur inoffiziellen Verengung der Spanne von zuvor 41 bis 47 Euro nicht äußern. Anleger haben noch bis Donnerstag Zeit, die Papiere zu zeichnen. Am Freitag sollen LEG erstmals an der Frankfurter Börse notiert werden. Mit einem Börsenwert von mehr als 2,3 Milliarden Euro dürfte die Aktie bald auch im Nebenwerteindex MDax geführt werden.

Wie bei den jüngsten Initial Public Offerings (IPO) dürfte die Nachfrage nach den LEG-Aktien vorwiegend aus dem Ausland und von großen Profi-Anlegern kommen. Bei den deutschen Graumarkt-Händlern tröpfelten die Aufträge nur: "Das Geschäft mit LEG ist mühsam. Seit Beginn der Zeichnungsfrist haben wir gerade einmal 800 Aktien umgesetzt", sagte einer von ihnen. Er wundere sich deshalb über die Zuversicht der Konsortialbanken: "Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Aktien zu 44 Euro ausgegeben werden." Angesichts der großen Häuser, die hinter dem Börsengang stünden, sei eine Absage aber praktisch ausgeschlossen. Beim Börsenmakler Schnigge und bei Lang & Schwarz wurden LEG am Dienstag zu 44 bis 45 Euro gehandelt.

MEHR IM MÄRZ?

Mit 1,3 Milliarden Euro wäre die LEG der zweitgrößte IPO in Deutschland seit 2007. Im Oktober hatte die Deutschland-Tochter des spanischen Telefonriesen Telefonica, O2, den Bann gebrochen. Die Spanier nahmen 1,45 Milliarden Euro ein.

Die Deutsche Börse hofft, dass der langsam breiter werdende Strom von Neuzugängen nicht abreißt. Das IPO-Klima, das der Börsenbetreiber aus einer Umfrage unter den Marktteilnehmern ermittelt, sei im Vergleich zum vierten Quartal 2012 fast stabil geblieben. Die starken Kursschwankungen, die viele Börsenpläne vereitelt hatten, seien fast zum Stillstand gekommen. Anders als im Ausland sähen Frankfurter Börsenprofis "eine günstige Phase für Aktienplatzierungen und rechnen in den kommenden Monaten mit einem für sie positiven Preisniveau". Ab März sei mit weiteren Börsengängen zu rechnen. Dann haben viele Börsenkandidaten ihre Geschäftszahlen für 2012 fertig, die als Grundlage für den Börsenprospekt dienen. Die LEG hatte dafür noch die Neun-Monats-Zahlen herangezogen.