EADS-Chef verteidigt Eurofighter-Geschäft mit Österreich

Dienstag, 29. Januar 2013, 17:59 Uhr
 

Frankfurt (Reuters) - Der Luft- und Raumfahrtkonzern EADS wehrt sich gegen den Vorwurf der Bestechung beim Eurofighter-Geschäft mit Österreich.

Die Kritik an EADS "ist weit über das Ziel hinausgeschossen", sagte Konzernchef Tom Enders dem "Handelsblatt" (Mittwochausgabe) laut Vorabbericht. Er beklagte eine "Kriminalisierung und Vorverurteilung", der die Airbus-Mutter ausgesetzt sei. Der Konzern treibe seine interne Untersuchung voran und unterstütze die Ermittlungen der Behörden.

Beim Kauf von 15 Eurofighter-Kampfjets für 1,7 Milliarden Euro hatte Österreich mit EADS ein Gegengeschäft vereinbart: Bis 2018 müssen österreichische Unternehmen Aufträge erhalten, deren Volumen mehr als doppelt so groß ist wie der Eurofighter-Kauf. Bei einem Kaufpreis von 1,7 Milliarden sind das 3,5 Milliarden. Zuletzt waren sowohl der Eurofighter-Kauf selbst als auch die Gegengeschäfte wegen des Verdachts auf Schmiergeldzahlungen und Scheingeschäfte in die Schlagzeilen gekommen. Derzeit ermitteln die Staatsanwaltschaften in Wien und München.

Enders verteidigte die Gegengeschäfte. "Kompensationsgeschäfte sind an sich nichts Schlechtes", sagte der EADS-Chef. In der Verteidigungsbranche seien sie durchaus üblich.