US-Pharmariese Eli Lilly leidet unter Billig-Konkurrenz

Dienstag, 29. Januar 2013, 19:05 Uhr
 

New York (Reuters) - Die scharfe Konkurrenz durch billige Nachahmerpräparate setzt dem US-Pharmakonzern Eli Lilly zu.

Vor allem der Patentverlust beim einstigen Top-Medikament, dem Schizophrenie-Mittel Zyprexa, zehrte an den Gewinnen im vierten Quartal, wie der Konzern aus Indianapolis am Dienstag mitteilte. Der Überschuss ging binnen Jahresfrist um vier Prozent auf 827,2 Millionen Dollar zurück. Der Umsatz sank allerdings nur um ein Prozent auf 5,96 Milliarden Dollar. Mit seinen Zahlen schnitt der Konzern, der in der Diabetes-Medizin mit Boehringer Ingelheim zusammenarbeitet, besser ab als Analysten erwartet hatten. Lilly äußerte sich zur weiteren Geschäftsentwicklung positiv, was der Aktie an der US-Börse zu Kursgewinnen von mehr als drei Prozent verhalf.

Vor Sondereinflüssen verdiente Lilly im Zeitraum Oktober bis Dezember 85 Cent im Schlussquartal. Das sind sieben Cent mehr als Analysten erwartet hatten. Dank Einsparungen und kräftigen Umsätzen mit Krebsmitteln und Medikamenten gegen Depressionen fielen die Einbußen durch Generikakonkurrenz geringer aus, als Experten befürchtet hatten. Lilly zählt zu den US-Unternehmen, die derzeit Patentabläufe bei mehreren umsatzstarken Medikamenten verkraften müssen. Neben Zyprexa wird Anfang 2014 voraussichtlich das verkaufsstarke Osteoporose-Präparat Evista den Patentschutz verlieren. Auch beim Mittel Cymbalta gegen Depressionen droht bald Konkurrenz durch Generika-Hersteller - das Präparat steht immerhin für Jahresumsätze von fünf Milliarden Dollar. Evista bringt Lilly eine Milliarde Dollar Umsatz im Jahr.

Bei Zyprexa brachen die Erlöse im Schlussquartal um 49 Prozent auf 385 Millionen Dollar ein. Dagegen lief das Geschäft mit anderen Präparaten deutlich besser. "Wir haben erfolgreich einen großen Teil der Umsatzeinbußen durch den Patentablauf bei Zyprexa mit Wachstum bei anderen Produkten wie Cymbalta, Forteo, Alimta, Effient und in der Tiermedizin wettgemacht", erklärte Konzernchef John Lechleiter. Mit Cymbalta erzielte Lilly ein Umsatzplus von 20 Prozent auf 1,42 Milliarden Dollar.

Nachschubprobleme hat Lilly nach eigener Einschätzung nicht. Derzeit hat der Konzern 13 Medikamente in der späten klinischen Testphase. Lilly stellte für das Jahr 2013 einen stagnierenden bis leicht steigenden Umsatz zwischen 22,6 und 23,4 Milliarden Dollar in Aussicht. Das um Sondereinflüsse bereinigte Ergebnis je Aktie soll um 13 bis 17 Prozent auf 3,82 bis 3,92 Dollar zulegen.