Neue Tests treiben Geschäft von Qiagen an

Mittwoch, 30. Januar 2013, 08:07 Uhr
 

Frankfurt (Reuters) - Die Geschäfte des Biotechkonzerns Qiagen haben zum Jahresende deutlich an Schwung gewonnen.

Dank kräftiger Nachfrage nach neuen Tests und der Übernahme des US-Unternehmens AmniSure baute Deutschlands größtes Biotechunternehmen seinen bereinigten Gewinn im Schlussquartal um 13 Prozent auf 82,8 Millionen Dollar aus, wie Qiagen am Dienstagabend mitteilte. Analysten hatten dem im TecDax gelisteten Unternehmen nur 73,9 Millionen Dollar zugetraut. Zu dem Gewinnanstieg trug auch das vor rund einem Jahr aufgelegte Restrukturierungsprogramm bei, mit dem Qiagen unter anderem die Auslastung seiner Werke erhöhen und insgesamt schlagkräftiger werden wollte.

Der auf Tests zum Nachweis von Krankheiten und Laborgeräte spezialisierte Konzern setzte von Oktober bis Dezember 346,5 Millionen Dollar um - ein Plus von vier Prozent binnen Jahresfrist. Auch dies lag über den Erwartungen von Analysten. Im Gesamtjahr 2012 kam das 1984 in Düsseldorf gegründete Unternehmen damit auf einen Umsatzzuwachs von sieben Prozent auf 1,25 Milliarden Dollar. Qiagen baute 2012 seinen bereinigten Jahresgewinn um elf Prozent auf 260,7 Millionen Dollar aus.

Nicht so rund lief es im vergangenen Jahr im Geschäft mit HPV-Tests auf Gebärmutterhalskrebs. Die weltweiten Umsätze sanken 2012 in Folge des schärferen Wettbewerbs um acht Prozent. Kräftige Erlöse erzielte Qiagen dagegen mit Tuberkulose-Tests und auch das Geschäft mit dem AmniSure-Test zum Nachweis eines vorzeitigen Blasensprungs bei Schwangeren entwickelte sich gut. Die Nachfrage nach therapiebegleitenden Gentests blieb im vergangenen Jahr hoch. Qiagen will in diesem Geschäft - in dem dem es um Therapien geht, die mittels Gentests auf bestimmte Patientengruppen zugeschnittene werden - weiter wachsen. Das Unternehmen stellt etwa Test her, mit denen die Patienten gefunden werden, die vom Krebsmedikament Erbitux von Merck am ehesten profitieren.

ZUVERSICHT FÜR 2013

Für das neue Jahr sieht sich der Konzern gut gerüstet: "Obwohl das Geschäftsumfeld weiterhin herausfordernd bleibt, greift unsere Strategie", erklärte Konzernchef Peer Schatz. Qiagen will seinen Umsatz 2013 und den bereinigten Gewinn weiter steigern. Dabei setzt das Unternehmen unter anderem auf seine Analyse-Maschine QIASymphony für Labore, die eine Vielzahl von Tests von der Probe bis zum Ergebnis verarbeiten kann. Mittels gezielter Zukäufe hatte Qiagen zuletzt sein Testangebot ausgeweitet, was auf der Maschine laufen kann. Waren Ende 2012 weltweit deutlich über 750 dieser Maschinen installiert, sollen es 2013 bereits mehr als 1000 sein.

Insgesamt peilt Qiagen für dieses Jahr ein wechselkursbereinigtes Umsatzwachstum von fünf bis sechs Prozent an. Der bereinigte Gewinn je Aktie soll 2013 auf 1,16 bis 1,18 Dollar zulegen nach 1,08 Dollar 2012.