Fiat verringert Verlust - Aber kein Optimismus für 2013

Mittwoch, 30. Januar 2013, 13:38 Uhr
 

Grugliasco/Hamburg (Reuters) - Der italienische Autobauer Fiat hat im Schlussquartal 2012 seinen Verlust verringert.

Für das laufende Jahr sieht Vorstandschef Sergio Marchionne jedoch keine gravierende Verbesserung, weil in den Krisenstaaten Südeuropas weiterhin kaum neue Autos verkauft werden. Das Ergebnis werde 2013 nicht drastisch anders ausfallen als im abgelaufenen Jahr, sagte er am Mittwoch im Vorfeld der Bilanzvorlage. Sowohl der italienische als auch der europäische Automarkt befänden sich weiter im freien Fall. Dennoch habe Fiat den Verlust im vierten Quartal verringert. Zugleich bekräftigt er das Ziel einer Rückkehr in die Gewinnzone zur Mitte des Jahrzehnts.

Für das gesamte abgelaufene Jahr hat Fiat einen Nettoverlust von rund 700 Millionen Euro angekündigt. Für den Konzern insgesamt gehen Analysten von einem Handelsgewinn von einer Milliarde Euro aus, zum dem die US-Tochter Chrysler rund 780 Millionen Euro beisteuern soll. Fiat profitiert davon, dass bei Chrysler dank guter Verkäufe in den USA die Gewinne steigen und der Konzern damit rote Zahlen in Europa wettmachen kann. Gleichwohl drücken den italienischen Traditionsautobauer hohe Kosten, weil er seine Werke auf dem Kontinent nicht auslasten kann.

Fast alle Hersteller, die wie Fiat auf hohe Stückzahlen zu günstigen Preisen angewiesen sind, ächzen unter der Absatzkrise in Europa und verbuchen hohe Verluste. Der US-Autobauer Ford greift deswegen zu drastischen Maßnahmen und schließt drei Werke in Belgien und Großbritannien. Der französische Konkurrent PSA Peugeot Citroen will ebenfalls ein Werk schließen und massiv Stellen streichen, Lokalrivale Renault plant ebenfalls einen hohen Personalabbau. Die Opel-Mutter General-Motors will das Werk in Bochum mit über 3000 Arbeitsplätzen nach 2016 dichtmachen.