Paketgigant UPS kämpft mit unsicherer US-Konjunktur

Donnerstag, 31. Januar 2013, 15:43 Uhr
 

* Milliarden-Rückstellungen für Pensionen im Q4

* Geinn in Q4 unter Erwartungen

* UPS zurückhaltend beim Ausblick auf 2013

* Aktie gibt knapp zwei Prozent nach

Boston (Reuters) - Erneut schlechte Nachrichten bei UPS: Nach der gescheiterten Übernahme des Konkurrenten TNT Express hat der weltgrößte Paketdienst einen unerwartet schwachen Ausblick für 2013 vorgelegt. Pensionsrückstellungen ließen UPS zudem im vierten Quartal tief in die Verlustzone rutschen. Erst am Mittwoch hatte die EU-Kommission den Plänen von UPS-Chef Scott Davis endgültig einen Riegel vorgschoben, TNT aus den Niederlanden zu schlucken und damit auch der Deutsche Post verstärkt Konkurrenz zu machen.

UPS will im laufenden Jahr seinen Gewinn pro Aktie zwischen sechs und zwölf Prozent steigern, kündigte Finanzchef Kurt Kuehn am Donnerstag an. Investoren hatten auf mehr gehofft. UPS-Chef Davis sagte, die Erwartungen für das weltweite Wachstum 2013 seien bescheiden. Im US-Heimatmarkt herrsche angesichts politischen Streits in Washington Unsicherheit. Trotzdem wolle UPS in allen Geschäftsbereichen den operativen Profit steigern.

Der Deutsche-Post-Finanzchef Larry Rosen hatte jüngst betont, angesichts der unsicheren konjunkturellen Rahmenbedingungen stehe fest, dass 2013 wohl kein einfaches Jahr werde. Express- und Logistikkonzerne wie UPS, die Deutsche Post oder FedEx gelten wegen ihrer weltumspannenden Zustellnetze auch als Gradmesser der konjunkturellen Entwicklung.

Im vierten Quartal war UPS wegen milliardenschwerer Pensionsrückstellungen die roten Zahlen gerutscht. Der Verlust belief sich auf 1,75 Milliarden Dollar oder 1,83 Dollar je Aktie. Ein Jahr zuvor war noch ein Gewinn von 725 Millionen Dollar angefallen. Bereinigt erwirtschaftete UPS einen Gewinn von 1,32 Dollar pro Aktie. Analysten hatten mit 1,38 Dollar gerechnet. Insgesamt beliefen sich die Rückstellungen für Ruheständler auf drei Milliarden Dollar. Zuvor hatten ähnliche Lasten bereits dem US-Telefonkonzern AT&T ebenfalls einen Milliardenverlust eingebrockt. Auch Konkurrent Verizon rutschte deshalb tiefer in die roten Zahlen.

(Reporter: Scott Malone; geschrieben von Kerstin Dörr und Matthias Inverardi; redigiert von Ralf Bode)