Elektronikriesen Sharp und Panasonic machen wieder Gewinn

Freitag, 1. Februar 2013, 11:48 Uhr
 

Tokio (Reuters) - Lichtblick für die gebeutelten japanischen Elektronikkonzerne Panasonic und Sharp:

Beide Unternehmen kehrten im abgelaufenen Quartal operativ in die Gewinnzone zurück. In den drei Monaten bis Ende Dezember verbuchte Panasonic nach eigenen Angaben vom Freitag einen Betriebsgewinn von 34,6 Milliarden Yen (rund 279 Millionen Euro). Der um seine Existenz kämpfende Konkurrent Sharp erwirtschaftete im abgelaufenen Quartal einen operativen Überschuss von umgerechnet 20,7 Millionen Euro, nachdem im Vorjahr noch ein Verlust von 194 Millionen Euro angefallen war. Das Unternehmen bekräftigte seine Gewinnprognose für das zweite Halbjahr.

Doch die Probleme sind damit längst nicht gelöst. Beide Konzerne müssen weiter sparen und sich womöglich von weiteren Unternehmensteilen trennen, um gegen die Wettbewerber anzukommen und die eigene Existenz zu sichern. Die Unternehmen leiden vor allem unter der großen Konkurrenz bei Fernsehgeräten. Panasonic hatte nach milliardenschweren Abschreibungen seine Prognose für das gesamte Geschäftsjahr eingestampft, den Abbau von weiteren 10.000 Arbeitsplätzen und den Verkauf von Vermögenswerten angekündigt.

Vor einem Jahr wurde noch ein Verlust von 8,1 Milliarden Yen verbucht. Im Gesamtjahr soll zwar ein Betriebsgewinn herausspringen. Wegen milliardenschwerer Abschreibungen im Mobilfunk- und Energiegeschäft rechnet Panasonic aber unter dem Strich mit einem Nettoverlust von 765 Milliarden Yen, dem zweithöchsten in der Firmengeschichte. Auch schreibt die Fernsehsparte weiter rote Zahlen.

Analysten äußerten sich nach der Bilanz von Sharp positiv. Die Zahlen ließen die Erfolgsaussichten höher erscheinen, sagte Makoto Kikuchi, Chef von Myojo Asset Management. "Das Hauptaugenmerk liegt nun darauf, ob es das Unternehmen schaffen kann, netto im nächsten Geschäftsjahr Gewinn zu machen."

Sharp teilte mit, der gute Verkauf von Haushaltsgeräten und Mobiltelefonen habe zu dem Ergebnis ebenso beigetragen wie der schwächere Yen, der das Unternehmen im Ausland konkurrenzfähiger machte. Auch mit seinen Fernsehern habe Sharp im abgelaufenen Quartal Geld verdient. Dennoch erwarte der Konzern aus seinem Geschäft mit LCD-Bildschirmen im Gesamtjahr nun einen höheren Verlust, weil die Nachfrage nach kleinen und mittleren Bildschirmen für Smartphones nachlasse. In Branchenkreisen hatte es geheißen, dass Sharp offenbar wegen einer schwächeren Nachfrage nach dem iPad von Apple die Produktion bestimmter Bildschirme für den Tablet-PC beinahe eingestellt habe. Zudem soll der Konzern Kreisen zufolge den Verkauf seiner Fernsehfabrik in China an den Computerhersteller Lenovo erwägen. Im November hatte Sharp gewarnt, möglicherweise nicht alleine weiter existieren zu können.