Wincor Nixdorf ist nicht an Großübernahmen interessiert

Sonntag, 3. Februar 2013, 14:26 Uhr
 

Frankfurt (Reuters) - Der Geldautomatenhersteller Wincor Nixdorf will sich nicht durch Übernahmen an der Neuordnung der Branche beteiligen.

"Fusionen und große Akquisitionen sind für uns derzeit kein Thema", sagte Vorstandschef Eckard Heidloff der "Welt am Sonntag". "Wir kaufen immer mal wieder kleine Firmen, mehr aber auch nicht." Zu den Übernahmekandidaten zählt er Wincor Nixdorf angesichts des Konsolidierungsdrucks in der Branche aber auch nicht. Die Investitionszurückhaltung der Banken infolge der Schuldenkrise und Sanierungskosten machen dem Paderborner Unternehmen zu schaffen.

Der Geldautomatenhersteller richtet sich daher neu aus und setzt verstärkt auf Geschäfte in Schwellenländern. Mittelfristig soll deren Anteil am Gesamtumsatz auf 30 Prozent von 27 Prozent steigen. Zudem will Wincor Nixdorf in China Geräte für den europäischen Markt produzieren. "Die Qualität in China ist ausgezeichnet. Künftig sollen auch Komponenten von dort in Europa zum Einsatz kommen", sagte Heidloff.

Erst vor wenigen Tagen hatte Heidloff auf der Hauptversammlung die Jahresziele für 2012/13 bekräftigt. Demnach peilt die im Nebenwerteindex MDax gelistete Wincor ein Umsatzplus von nur zwei Prozent und einen operativen Gewinn (Ebita) von 120 Millionen Euro an. Im ersten Quartal von Oktober bis Dezember kletterte der Umsatz um zehn Prozent auf 669 Millionen Euro. Das Ebita lag nach Restrukturierungskosten in den ersten drei Monaten des Bilanzjahres 2012/13 wie vor Jahresfrist bei 40 Millionen Euro.