UBS - Ungleichgewichte auf Immobilienmarkt nehmen weiter zu

Montag, 4. Februar 2013, 09:31 Uhr
 

Zürich (Reuters) - Die Ungleichgewichte auf dem Schweizer Immobilienmarkt nehmen weiter zu.

Der UBS Immobilienblasenindex stieg nach Angaben der Grossbank vom Montag im vierten Quartal 2012 gegenüber dem Vorquartal um 0,09 Indexpunkte auf neu 1,11 Zähler und stiess damit weiter in die Risikozone vor. Der Immobilienmarkt weise aber weiterhin keine eindeutigen Charakteristika einer Preisblase auf, schränkte UBS ein. Bei anhaltendem Trend dürfte der Immobilienblasenindex die Blasenzone aber Ende 2014 erreichen.

Das grösste Korrekturpotenzial wiesen weiterhin die Regionen um die Wirtschaftszentren Zurich und Genf auf. Neu zählt die UBS aber auch Appenzell Innerhoden, Luzern und das Prättigau wegen der in vielen Tourismusgebieten nicht nachhaltigen Preisentwicklung zu den Monitoring-Regionen.

Genährt würden die Immobilenpreise abgesehen von dne tiefen Zinsen weiterhin von der Jagd nach Investitionsobjekten. Die Erholung an den Finanzmärkten und die nachlassende Suche der Anleger nach Sicherheit könnte den Preisanstieg im laufenden Quartal nun aber bremsen. Da der Grossteil der Nachfrage aber aus dem Inland stamme, sei ohne Anstieg der langfristigen Zinsen keine Trendwende zu erwarten. Das ist aber kurzfristig nicht zu erwarten, da die Schweizerische Nationalbank (SNB) mit Rücksicht auf den starken Franken die Zinsen niedrig halten muss. Die SNB könnte aber beim Bundesrat die Einführung eines antizyklischen Puffers beantragen. Banken müssten dann Hypotheken mit zusätzlichem Eigenkapital unterlegen.

Die "extrem günstigen Kredite" verzerrten das deutlich über dem langfristigen Gleichgewichtswert liegende Kostenverhältnis von Kauf und Miete, erklärten die UBS-Experten weiter. Die tiefen Zinsen liessen Immobilien im Verhältnis zum Einkommen als relativ günstig erscheinen. Dies sei aber eine Fehleinschätzung, die vielen Haushalten bei einer Zinserhöhung erhebliche Probleme bescheren dürfte.