Moskauer Börse will halbe Milliarde bei IPO einnehmen

Montag, 4. Februar 2013, 12:26 Uhr
 

Moskau (Reuters) - Der Börsengang des wichtigsten russischen Marktplatzes nimmt konkrete Formen an: Die Moskauer Börse legte am Montag die Preisspanne für die Aktien vor dem Debüt am 15. Februar fest.

Damit könnten der Marktbetreiber sowie die bisherigen Eigentümer bei dem Gang ans Parkett etwa eine halbe Milliarde Dollar einnehmen. Das Unternehmen wird insgesamt mit bis zu 4,6 Milliarden Dollar bewertet. Je nach Nachfrage könnte das Volumen noch aufgestockt werden.

Wie die Börse mitteilte, soll die Preisspanne für die Aktien bei 55 bis 63 Rubel je Papier liegen. Insgesamt soll knapp 2,2 Milliarden Papiere auf den Markt kommen. In Russland dürfen sich sowohl institutionelle als auch private Anleger an dem IPO beteiligen. Auch für ausländische Anleger ist das Angebot offen. Der endgültige Ausgabepreis wird am ersten Handelstag festgelegt. Die Titel starten unter dem Kürzel MOEX.

Von den angepeilten Einnahmen in Höhe von 500 Millionen Dollar sollen 60 Prozent an die Alteigentümer gehen, 40 Prozent an die Firma. Die Moskauer Börse will nach früheren Angaben das Geld in IT-Infrastrukutr und den Abwicklungsbereich (Clearing) stecken. Das Unternehmen ist noch vergleichsweise jung. Die Börse entstand erst 2011 durch die Fusion der beiden Hauptstadt-Handelsplätze MICEX und RTS. Größter Anteilseigner ist die russische Zentralbank mit 24,3 Prozent. An der Beteiligung soll sich durch den Börsengang nichts ändern.

Auch die Deutsche Börse dürfte den IPO mit Spannung beobachten. Vergangenen Herbst vereinbarte sie mit der Moskauer Börse eine strategische Zusammenarbeit. Die Deutsche Börse hofft darauf, das russische Unternehmen dank der Kooperation künftig in Frankfurt und nicht in London an die Börse gehen. Zudem sollen sich russische Handelsteilnehmer ans Handelsnetz der Deutschen Börse anschließen.