Auch Ex-Fraport-Chef Bender sagt als neuer BER-Flughafenchef ab

Montag, 4. Februar 2013, 15:53 Uhr
 

Berlin (Reuters) - Die Suche nach einem Chef für das Krisenprojekt Hauptstadtflughafen Berlin (BER) geht in eine neue Runde.

Auch der frühere Chef der Frankfurter Flughafengesellschaft Fraport, Wilhelm Bender, will den Posten nicht übernehmen. "Bender steht zur Verfügung, uns für das Projekt zu unterstützen, aber nicht als CEO", sagte Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck am Montag in Potsdam. Der SPD-Politiker ist Vorsitzender des Aufsichtsrats der Berliner Flughafengesellschaft. Ein Sprecher des Fußballclubs Eintracht Frankfurt, dessen Aufsichtsrat Bender führt, sagte: "Herr Bender hat sich bereiterklärt, BER bei der Lösung der anstehenden Probleme zu unterstützen. Wie die Unterstützung konkret aussehen wird, ist Gegenstand von Gesprächen mit dem Vorsitzenden des Aufsichtsrates und den Vertretern der anderen Gesellschafter."

Nach einer Reihe von Pannen und mehrmaliger Verschiebung des Eröffnungstermins des Großflughafens war der Geschäftsführer Rainer Schwarz abgelöst worden. Zudem gab Berlins Regierungschef Klaus Wowereit den Vorsitz im Aufsichtsrat an Platzeck ab. Gesellschafter des Flughafens sind Berlin und Brandenburg mit je 37 Prozent und der Bund mit 26 Prozent.

Platzeck sagte, man lasse sich bei der Suche nach einem Vorsitzenden der Geschäftsführung nicht unter Druck setzen. Personalentscheidungen bräuchten die notwendige Zeit.

Nach Angaben aus Gesellschafterkreisen hatte Platzeck dem Ex-Fraport-Chef ein Angebot gemacht. Auch das CSU-geführte Bundesverkehrsministerium würde ihn mittragen, obwohl er SPD-Mitglied sei, hieß es. Der 68-Jährige Bender war von 1993 bis 2009 Chef des Frankfurter Flughafens. Mehrere Nachfolge-Kandidaten für Schwarz, die im Gespräch waren, hatten bereits abgesagt.