Syngenta hebt nach Rekordgewinn Dividende kräftig an

Mittwoch, 6. Februar 2013, 11:50 Uhr
 

Zürich (Reuters) - Der Schweizer Agrarchemiekonzern Syngenta hat im Vorjahr dank einer starken Anbausaison in Nord- und Lateinamerika Rekordwerte bei Umsatz und Gewinn erzielt.

Zudem hebt das Unternehmen die Dividende kräftig an. Für das laufende Jahr stellte Konzernchef Mike Mack erneut rekordhohe Verkaufserlöse in Aussicht. "Es zeichnet sich ein starkes Jahr 2013 ab. Man muss sich nur die Wachstumsraten im vierten Quartal in einigen unserer großen Märkte ansehen", sagte er am Mittwoch zur Nachrichtenagentur Reuters. "Wir gehen mit Zuversicht in das Jahr."

An der Börse gab die Syngenta-Aktie dennoch um 2,4 Prozent auf 386,10 Franken und gehörte damit zu den größten Verlierern unter den europäischen Chemiewerten. Börsenhändler sprachen von Gewinnmitnahmen nachdem die Titel jüngst ein Rekordhoch erreicht hatten. Analysten zeigten sich hinsichtlich der Ergebnisqualität skeptisch. "Während der operative Gewinn den Erwartungen weitgehend entsprach, wurde der Reingewinn vor allem durch eine spürbar tiefere Steuerrate von rund 13 Prozent positiv beeinflusst", erklärte ZKB-Analyst Martin Schreiber.

Syngenta steigerte den Reingewinn im vergangenen Jahr um 17 Prozent auf 1,87 Milliarden Dollar (1,38 Mrd Euro). Analysten hatten im Schnitt lediglich 1,78 Milliarden Dollar prognostiziert. Der operative Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) nahm um acht Prozent auf 3,15 Milliarden Dollar zu. Die Dividende soll um 19 Prozent auf 9,50 Franken je Aktie angehoben werden. Zudem hält sich das Unternehmen die Möglichkeit von weiteren Aktienrückkäufen offen.

Der Umsatz wuchs um sieben Prozent auf 14,2 Milliarden Dollar. Der Konkurrent des US-Unternehmens Monsanto und des deutschen Bayer-Konzerns bekam dabei die Aufwertung der Konzernwährung Dollar negativ zu spüren. Unter Ausschluss von Wechselkurseinflüssen betrug das Umsatzplus zehn Prozent.

In Nordamerika schnellten die Verkaufserlöse um 20 Prozent hoch. Der warme Winter und der frühe Anbaubeginn förderten die Nachfrage nach Saatgut und Pflanzenschutzmitteln. Der wegen der Dürre geringere Absatz von Mitteln zur Pilzbekämpfung im dritten Quartal konnte so mehr als wettgemacht werden. In Lateinamerika wuchs der Umsatz um zwölf Prozent. Hohe Sojapreise führten zu einer Ausweitung der Anbauflächen, und der Produktivitätsdruck im Zuckerrohranbau trieb die Nachfrage nach Pflanzenschutzmitteln hoch. In der Region Asien-Pazifik führten Sortimentsbereinigungen und die Überschwemmungen in Australien zu einem Umsatzrückgang von drei Prozent. In Südeuropa verursachten Trockenheit und Rezession Umsatzeinbußen.

Syngenta hatte im vergangenen September aufgrund der guten Prognosen für die Entwicklung der Agrargütermärkte seine mittelfristigen Umsatzziele angehoben. Bis zum Ende es Jahrzehnts peilen die Schweizer für die acht wichtigsten Nutzpflanzen eine Umsatzverdoppelung auf 25 Milliarden Dollar an. Zuvor hatte die Zielsetzung für Reis, Getreide, Mais, Zuckerrohr, Soja und weiteren Nutzpflanzen 22 Milliarden Dollar gelautet. Syngenta kündigte an, 77 Millionen Dollar in den Kapazitätsausbau seiner Maissaatgut-Fabrik im brasilianischen Formosa zu stecken. Der Ausstoß soll bis 2015 auf 1,6 Millionen Säcke jährlich vervierfacht werden.

Der Weltmarktführer verfügt nach den Worten von Finanzchef John Ramsay über große finanzielle Flexibilität für Zukäufe und prüft ergänzende Akquisitionen. 2012 hatte Syngenta für Übernahmen 650 Millionen Dollar ausgegeben.

 
Swiss agrochemicals maker Syngenta's logo is seen atop a roof of an office building at the company's plant behind a cornfield, in Stein near Basel September 18, 2012. REUTERS/Arnd Wiegmann (SWITZERLAND BUSINESS)