Haniel verkauft Metro-Anteil - Aktie macht Kurssprung

Mittwoch, 6. Februar 2013, 11:17 Uhr
 

Düsseldorf (Reuters) - Der Mischkonzern Haniel hat einen Teil seiner Anteile am Handelskonzern Metro auf den Markt geworfen, um seine Milliarden-Schulden abzubauen.

Die Metro-Aktie sprang daraufhin um mehr als vier Prozent und war größter Gewinner im MDax - der bereits im November angekündigte Verkauf von Metro-Aktien hatte wie Blei auf dem Kurs gelastet.

Haniel habe die Metro-Beteiligung von 34,24 Prozent auf 30,01 Prozent abgebaut und damit Erlöse von rund 300 Millionen Euro eingefahren, teilte der Duisburger Konzern am Mittwoch mit. Der Metro-Anteil solle aber nun nicht weiter schmelzen: "Die Beteiligung an der Metro AG stellt für Haniel auch zukünftig ein Ankerinvestment dar", betonte Konzernchef Stephan Gemkow. Haniel hatte die Metro-Anteile einem Sprecher zufolge über einen längeren Zeitraum mit Unterstützung der Deutschen Bank breit am Markt gestreut.

Mit dem Verkauf ist rechnerisch auch die Mehrheit der Familien Haniel und Schmidt-Ruthenbeck an dem Handelskonzern mit Töchtern wie Kaufhof, Real oder MediaSaturn verloren. Die beiden Großaktionäre hatten in der Vergangenheit zusammen 50,01 Prozent an Metro gehalten, davon lagen gut 34 Prozentpunkte bei Haniel. Die Anpassung sei nach "vorheriger Abstimmung mit dem Poolpartner Schmidt-Ruthenbeck" erfolgt, teilte Haniel weiter mit. Beide Partner wollten "die strategische Entwicklung der Metro AG positiv begleiten und unterstützen", kündigte Haniel an. Die Verbündeten haben auch mit der neuen Anteilsstruktur künftig die Mehrheit bei den Metro-Hauptversammlungen sicher - damit läuft nichts gegen sei bei dem Handelriesen.

DER VERKAUFSDRUCK IST WEG

Haniel hatte bereits im vergangenen Jahr durch den Verkauf von Celesio-Aktien rund 100 Millionen Euro eingenommen. Der Duisburger Mischkonzern will mit den Verkäufen seine Verschuldung deutlich unter zwei Milliarden Euro drücken, um damit wieder unternehmerischen Spielraum zu gewinnen.

Bei Metro hatte Haniel zahlreiche Rückschläge verkraften müssen, seit der Konzern unter seinem damaligen Chef Eckhard Cordes seine Metro-Beteiligung deutlich ausgebaut hatte. Allein im vergangenen Jahr stieg der Handelskonzern aus dem Dax ab und revidierte seine Gewinnprognose für 2012. Grund für den Abstieg aus der ersten Börsen-Liga war unter anderem der geringe Streubesitz bei Metro-Aktien - dies ändert sich nun durch den Verkauf wieder, immerhin warf Haniel mehr als 13 Millionen Metro-Aktien auf den Markt.

Freude hat das Metro-Investment dem Familienkonzern nicht zwingend gemacht: Haniel hatte unter Cordes rund 60 Euro je Metro-Aktie hingeblättert, am Mittwoch notierten die Anteilsscheine trotz eines Plus von mehr als vier Prozent bei 23,41 Euro. "Endlich ist der Verkaufsdruck weg", sagte ein Händler in Anspielung auf Haniels Verkaufsankündigung für die Metro-Aktien aus dem vergangenen Jahr. Das Kursplus von gut vier Prozent sei "nicht überzogen".

 
Shopping carts of Germany's biggest retailer Metro AG are pictured before the annual balance news conference in Duesseldorf March 20, 2012. REUTERS/Ina Fassbender (GERMANY - Tags: BUSINESS)