Anlagenbauer Gea will Wachstum mit Zukäufen vorantreiben

Mittwoch, 6. Februar 2013, 15:28 Uhr
 

Düsseldorf (Reuters) - Der Anlagenbauer Gea will sein Wachstum mit weiteren Zukäufen vorantreiben.

"Es gibt einen Fundus an möglichen Akquisitionen", sagte Vorstandschef Jürg Oleas am Mittwoch in Düsseldorf. Insbesondere das Geschäft mit Maschinen für die Nahrungsmittelindustrie solle ausgebaut werden. Im Blick habe Oleas Firmen mit einem Umsatz in der Größenordnung zwischen zehn und 20 Millionen bis 200/300 Millionen Euro. Zuletzt hatte Gea drei Unternehmen mit Erlösen von 20 bis 40 Millionen Euro gekauft. Oleas kündigte an, nach einer Umsatz- und Gewinnsteigerung im vergangenen Jahr auch 2013 zulegen zu wollen. Die Aktie gab dennoch zeitweise um fast fünf Prozent nach.

Gea will mit seinen Maschinen vom weltweiten Bevölkerungswachstum und den steigenden Qualitätsansprüchen an Nahrungsmittel und Medikamenten profitieren. Der Konzern, der unter anderem mit dem schwedischen Maschinenbauer Alfa Laval konkurriert, konnte zuletzt vor allem in Nordamerika mehr Anlagen absetzen. Wichtigste Einzelmärkte sind die USA, Deutschland und China.

NEUES GESCHÄFT MIT LEBENSMITTELVERPACKUNG MIT VERLUSTEN

Im abgelaufenen Geschäftsjahr steigerte Gea die Erlöse nach vorläufigen Berechnungen um 5,6 Prozent auf 5,7 Milliarden Euro. Der bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) kletterte um 7,1 Prozent auf 562 Millionen Euro. Die unveränderte Dividende von 55 Cent je Aktie sei aber eine Enttäuschung, sagte Marktanalyst Heino Ruland von Ruland Research. Von Reuters befragte Analysten hatten im Schnitt mit 59 Cent je Papier gerechnet.

Auch mit den Auftragseingängen konnte Gea nicht punkten. Im vierten Quartal gingen die Bestellungen um zwei Prozent zurück, was die Marktexperten der DZ Bank als Enttäuschung werteten. Der Konzern erhielt zuletzt weniger Großaufträge aus China. Zudem schwächelt das Geschäft mit Wärmetauschern, da Investitionen in die Klimatechnik von Gebäuden nicht mehr so sprudeln wie noch vor der Finanzkrise.

Einen Rückschlag musste Gea in der Sparte Food Solutions hinnehmen. Das neue Geschäft mit Maschinen für die Marinierung, Weiterverarbeitung und Verpackung von Lebensmitteln fuhr nach korrigierten Einschätzungen einen Verlust von fast 80 Millionen Euro ein. 2013 soll die Sparte aber schwarze Zahlen schreiben. "Wir sind der Meinung, wir kriegen den Turnaround hin", sagte Oleas.

Insgesamt gibt sich der Gea-Chef optimistisch. "Eine Abschwächung der Nachfrage war also trotz des schwieriger werdenden wirtschaftlichen Umfelds nicht festzustellen", sagte er. Auch der Maschinenbauverband VDMA hatte am Dienstag für Ende des vergangenen Jahres wachsende Auftragseingänge gemeldet. Gea will 2013 beim Umsatz "moderat" zulegen, was Oleas zufolge ein Plus von zwei bis 5,5 Prozent umschreibt. Vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) peilt Gea rund 700 Millionen Euro an nach etwa 600 Millionen 2012.