Fondsgeschäft beschert Vontobel rekordhohen Geldzufluss

Mittwoch, 6. Februar 2013, 14:54 Uhr
 

Zürich (Reuters) - Die Schweizer Bank Vontobel hat im vergangenen Jahr dank eines starken Fondsgeschäfts mehr neues Geld eingesammelt als jemals zuvor.

Die Traditionsbank steigerte das Netto-Neugeld auf 8,6 Milliarden Franken, wie sie am Mittwoch mitteilte. Dies entspricht einer Wachstumsrate von 10,5 Prozent und liegt deutlich über den Werten der Konkurrenten Julius Bär und UBS.

Das Wachstum verdankte Vontobel vor allem dem Asset Management: Mit Fonds und professionellen Kunden holte die Bank 8,2 Milliarden Franken an neuem Geld herein. Einen großen Anteil hatte dabei die New Yorker Einheit um Starmanager Rajiv Jain, der mit einer Value-Strategie in Aktien investiert, die er als unterbewertet ansieht. Das Asset Management verwaltet inzwischen doppelt so viel Geld wie das Sorgenkind Private Banking und löste das jahrelang dominierende Investmentbanking als wichtigste Gewinnquelle ab.

Die kräftigen Zunahme der verwalteten Vermögen auf 98 Milliarden Franken spülte auch mehr Gebühren in die Kasse der Bank. Zusammen mit niedrigeren Steuern führte dies zu einem Gewinnanstieg um 15 Prozent auf 130,6 Millionen Franken. Analysten hatten lediglich mit 123 Millionen Franken gerechnet. Die Börse applaudierte. Die Aktie stieg um drei Prozent auf 29,50 Franken, während die europäischen Bankenwerte nachgaben.

Die Geschäfte seien auch zu Beginn des laufenden Jahres gut gelaufen. "Wir sehen weiterhin eine sehr gute Entwicklung im Vermögensverwaltungsbereich, vor allem im Asset Management und im Geschäft mit externen Vermögensverwaltern", erklärte Konzernchef Zeno Staub. Zudem seien auch die Privatkunden aktiver. Die Bank bestätigte die für 2014 angepeilten Wachstums- und Ertragsziele.

Um die Ziele zu erreichen, muss Vontobel vor allem im Private Banking Fortschritte machen. Beim Verhältnis der Kosten zu den Erträgen schneidet die Bank hier schlechter ab als viele Konkurrenten und die verwalteten Vermögen stagnieren seit Jahren. Vontobel reagierte im vergangenen Jahr mit der Auswechslung des Bereichsleiters. Seit vergangenem August ist Georg Schubiger dabei, das Private Banking umzubauen. So sank die Zahl der Kundenberater innerhalb eines Jahres um elf Prozent.

Auch der vor allem einem Fondsmanager geschuldete Erfolg im Asset Management hat seine Schattenseiten. Jain ist für Vontobel inzwischen so wichtig geworden, dass Analysten von einem Klumpenrisiko sprechen. Um diese Sorgen zu zerstreuen, hatte Vontobel in der vergangenen Woche mitgeteilt, dass die Expertise auf mehr Fondsmanager verteilt werden soll.

 
People walk past the logo of Swiss bank Vontobel in front of its headquarters in Zurich November 27, 2012. REUTERS/Arnd Wiegmann (SWITZERLAND - Tags: BUSINESS LOGO)