Tarifpaket bei E.ON geschnürt - Streik damit vom Tisch

Mittwoch, 6. Februar 2013, 15:29 Uhr
 

Düsseldorf (Reuters) - Rund drei Prozent mehr Lohn für die E.ON-Beschäftigten in Deutschland: Die Tarifkommission der Gewerkschaften Verdi und IG BCE billigte am Mittwoch das mit dem E.ON-Management ausgehandelte Tarifpaket.

Dieses sieht bei einer Laufzeit von 13 Monaten eine Gehaltserhöhung um 2,8 Prozent ab dem 1. Januar und für den März eine Einmalzahlung in Höhe von 300 Euro vor. Dies entspreche einem Gesamtvolumen von 3,1 Prozent, rechnete Verdi vor. IG-BCE-Vertreter Peter Hausmann sprach von einem "Ritt auf der Rasierklinge": "Wir standen Millimeter vor einem Streik." Die Mitarbeiter des Energieriesen sollen die Einigung nun noch absegnen.

Die Gewerkschaften hatten für die rund 30.000 Beschäftigten von E.ON in Deutschland ursprünglich 6,5 Prozent mehr Lohn gefordert. E.ON hatte 1,7 Prozent mehr angeboten - ein offener Tarifkonflikt zeichnete sich ab. In einer Urabstimmung hatten sich über 90 Prozent der Verdi- und IG BCE-Mitglieder für einen Arbeitskampf ausgesprochen. Der erste unbefristete Streik in der Geschichte von E.ON war für Montag vorgesehen - eine Annäherung der beiden Parteien in letzter Minute verhinderte diesen.

Auch beim Wettbewerber RWE entspannte sich die Lage zuletzt. Die Tarifverhandlungen für die 30.000 RWE-Beschäftigten in Deutschland sollen wieder aufgenommen werden. Zuvor hatte das Management des Essener Versorgers den Gewerkschaften zufolge angekündigt, sein Lohnangebot deutlich zu verbessern.