Wacker Chemie hofft auf Renaissance der Solarbranche

Donnerstag, 7. Februar 2013, 08:19 Uhr
 

München (Reuters) - Der Spezialchemiekonzern Wacker sehnt nach einem mageren Jahr die Wiederauferstehung der Solarbranche herbei.

Im Schlussquartal 2012 stoppten die Münchner ihren Abwärtstrend. Dank einträglicher Geschäfte mit herkömmlichen Chemieprodukten seien der Preisverfall für hochreines Silizium und Vorprodukte für die Solar- und Halbleiterindustrie einigermaßen ausgeglichen worden. Der Umsatz habe mit 1,02 Milliarden Euro auf dem Niveau des Vorjahreszeitraums gelegen, das operative Ergebnis (Ebitda) mit 130 Millionen Euro den Vergleichswert um 17 Prozent übertroffen, teilte das auf Silizium- und Silikonchemie spezialisierte Unternehmen am Donnerstag mit. Der Betriebsgewinn fiel deutlich höher aus als von Analysten erwartet.

Im Gesamtjahr musste das Familienunternehmen dennoch einen kräftigen Dämpfer hinnehmen. Bei einem Umsatzrückgang von sechs Prozent auf 4,63 Milliarden Euro sackte der Gewinn um zwei Drittel auf 107 Millionen Euro ein. "In unserem Polysiliziumgeschäft haben Preisdruck, hohe Lagerbestände und die schwierige finanzielle Situation vieler Marktteilnehmer im Jahr 2012 deutliche Spuren hinterlassen", erklärte Vorstandschef Rudolf Staudigl. "In den vergangenen Wochen gab es ermutigende Signale, die auf einen verstärkten Ausbau der Photovoltaik hindeuten, speziell in China und den USA. Das könnte sowohl den Absatz als auch die Preise für Solarsilizium positiv beeinflussen." Er warnte vor einem Handelsstreit zwischen China und Japan in der Solarbranche.

Der Abschwung im Photovoltaikgeschäft schlug sich zuletzt allerdings weiter in den Auftragsbüchern nieder. Im Schlussquartal habe das Unternehmen 55 Millionen Euro aus Kundenanzahlungen und Schadenersatz für stornierte Bestellungen vereinnahmt. Auch die Chiphersteller blieben eine schwierige Kundschaft. Die Rahmenbedingungen für die Wafer-Tochter Siltronic hätten sich in den ersten Wochen des Jahres nicht verbessert, hieß es.

Im laufenden Jahr will Wacker seine einst prächtige Rendite durch weniger Investitionen stärken. Der kostspielige Ausbau der Produktion sei weitgehend beendet, erklärte Finanzchef Joachim Rauhut. Die Investitionen würden auf etwa 550 Millionen verglichen mit dem Vorjahr halbiert.