Vodafone spürt Folgen der Euro-Krise immer stärker

Donnerstag, 7. Februar 2013, 17:45 Uhr
 

London (Reuters) - Die Auswirkungen der europäischen Schuldenkrise machen dem britischen Mobilfunk-Konzern Vodafone immer mehr zu schaffen.

Nachdem bislang vor allem die Kunden in Südeuropa die Ausgaben für ihre Handys zurückgeschraubt hatten, läuft es nun auch in Deutschland und Großbritannien schlechter. Von Oktober bis Dezember 2012 sank der Umsatz, der Handy-Subventionen ausklammert, um 2,6 Prozent, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Der Rückgang fiel stärker als von Analysten erwartet aus und beschleunigte sich gegenüber dem Minus von 1,4 Prozent aus dem Vorquartal. Der Druck auf das Vodafone-Management steigt also - Kostensenkungen sind die Antwort.

Der gesamten Branche setzt momentan die schwache Wirtschaftslage in vielen europäischen Ländern zu, obwohl die Firmen eigentlich in bessere Netze investieren müssten. Denn die Kunden nutzen verstärkt mobile Geräte, um ins Internet zu kommen. Oft sind die Daten-Transfers aber noch langsam. Zudem ist der Wettbewerb in der Branche sehr ausgeprägt. Die Ergebnisse der Konkurrenz würden vermutlich zeigen, dass Vodafone im Branchenvergleich schlechter abschneide, sagte Analyst Robin Bienenstock. Das Unternehmen bekomme besonders deutlich zu spüren, dass es in Europa schneller abwärts gehe und sich das Wachstum in Schwellenländern wie Indien verlangsame.

Auf dem Heimatmarkt machen Vodafone Angriffe von O2 zu schaffen. In Deutschland sind es Lockangebote der Telekom-Tochter T-Mobile, unter anderem für Smartphones. Der Vodafone-Quartalsumsatz in Deutschland stagnierte bei 2,46 Milliarden Euro. Negativ wirkte sich dabei eine Entscheidung der Bundesnetzagentur aus, die den Handynetz-Betreibern seit Dezember niedrigere Preise für Anrufe vorschreibt, die aus anderen Netzen kommen. Damit sinken die Gebühren, die sich die Unternehmen untereinander in Rechnung stellen. Vodafone konnte diese Belastungen aber immerhin durch Zuwächse im Firmenkundengeschäft und den mobilen Datendiensten auffangen.

Schlechter sieht es unterdessen im Süden Europas aus, etwa in Italien und Spanien. Dort werden vielfach Verträge gekündigt - eine Folge der schweren Rezession. Vodafone erwägt deswegen, in Spanien die Mitarbeiterzahl um bis zu ein Viertel zu reduzieren. Denn ein Preiskampf in einem schrumpfenden Markt ist keine schöne Perspektive für das Unternehmen.

Vodafone-Aktien stiegen am Donnerstag trotz aller Probleme um mehr als zwei Prozent. Positiv werteten Händler an der Börse, dass der Ausblick für das laufende Geschäftsjahr 2012/13 bekräftigt wurde. Zudem sollten sich die Margen verbessern, weil Kostensenkungen wirkten. Zuletzt hatte am Mittwoch der belgische Mobilfunker Mobistar eine Gewinnwarnung ausgesprochen und die Dividende gekürzt.

 
A customer stands next to the Vodafone logo in a shopping mall in Prague February 7, 2012. REUTERS/David W Cerny