Voestalpine sieht erst nach dem Sommer Stahl-Aufschwung

Donnerstag, 7. Februar 2013, 09:16 Uhr
 

Wien (Reuters) - Der Stahl- und Verarbeitungskonzern Voestalpine sieht die harten Zeiten für die Stahlbranche noch nicht beendet.

Zwar könnte es kurzfristig zu einer gewissen Belebung der Nachfrage kommen, weil viele Kunden ihre Lager wieder befüllen müssten. Mit einem globalen Aufschwung könne aber erst in der zweiten Jahreshälfte 2013 gerechnet werden, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. Die Österreicher geben sich damit verhaltener als die großen deutschen Stahlkocher wie ThyssenKrupp und Salzgitter, die bereits wieder von einem Anziehen der Nachfrage berichten.

Für das Ende März ablaufende Geschäftsjahr 2012/13 hat Voestalpine zwar die Ziele bestätigt. Das Unternehmen räumte aber ein, dass sich die Voraussetzungen für ein Erreichen der Ziele in den letzten Monaten deutlich verschärft hätten. Für das Gesamtjahr wird ein operativer Gewinn (Ebit) von rund 800 Millionen Euro und ein Ebitda von rund 1,4 Milliarden Euro erwartet. Die Linzer mussten jedoch im November aufgrund der mauen Stahlnachfrage ihre ursprüngliche Prognose um 100 Millionen Euro senken.

VOESTALPINE STEIGERT GEWINN IM DRITTEN QUARTAL

Im dritten Quartal konnte sich die Voestalpine trotz einer weiterhin schwachen Nachfrage in den wichtigsten Kundenbranchen wie der Bau-, Automobil- und Energieindustrie dem Abwärtstrend entziehen. Zwar schrumpften die Erlöse um 6,2 Prozent auf 2,72 Milliarden Euro, der Betriebsgewinn (Ebit) stieg jedoch um ein Fünftel auf 174,4 Millionen Euro. Damit trifft der Konzern die Erwartungen der Analysten. Das Ebitda legte um 9,6 Prozent auf 321,9 Millionen Euro zu. Im Vergleich zur europäischen Konkurrenz schlug sich Voestalpine damit weiterhin wacker. So meldete Salzgitter kürzlich für das vergangene Jahr einen Verlust von beinahe 100 Millionen Euro. Auch der Branchenprimus ArcelorMittal musste im Vorjahr einen Milliardenverlust wegstecken. Hintergrund ist, dass Voestalpine nicht im Massenmarkt tätig sind, sondern Kunden mit Spezialstahl und fertigen Produkten wie Pipeline-Röhren oder Autokarosserieteilen beliefern. Damit können sich die Linzer dem Preiskampf am europäischen Markt teilweise entziehen.