Flaute bei Fox News kann News Corp kaum etwas anhaben

Donnerstag, 7. Februar 2013, 11:35 Uhr
 

New York (Reuters) - Der Medienkonzern News Corp hat vom boomenden Fernsehgeschäft profitiert und seine Geschäfte unerwartet stark gesteigert.

Im abgelaufenen Quartal sprang der Gewinn auf 2,38 Milliarden Dollar von 1,06 Milliarden im Jahr zuvor, wie das Unternehmen am Mittwoch nach US-Börsenschluss mitteilte. Die Zahlen überdeckten allerdings Probleme beim US-Sender Fox. "Es ist kein Geheimnis, dass Fox hart gefallen ist", sagte News-Corp-Chef Chase Carey. Sowohl die Programmgestaltung als auch die Sport-Ereignisse seien hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Auch in Italien und in Australien bekommt das Medienimperium des Milliardärs Rupert Murdoch Gegenwind zu spüren. Die Aktien fielen im nachbörslichen Handel um drei Prozent.

Sky Italia hat mit Abo-Rückgängen zu kämpfen - eine Folge der schwierigen Konjunkturlage in dem südeuropäischen Land. Die Geschäftssparte läuft deutlich schlechter als im Vorjahr und liegt derzeit um 100 Millionen Dollar unter den Erwartungen, wie Carey sagte. In den nächsten zwei bis drei Jahren sollen nun 200 Millionen Dollar eingespart werden. Auch im Tageszeitungsgeschäft in Australien, der Keimzelle des Medienimperiums, läuft es schlechter. News Corp arbeitet daran, das gut laufende Unterhaltungsgeschäft von den Tageszeitungen zu trennen, was an der Börse zuletzt mit Begeisterung aufgenommen wurde und den Aktienkurs um die Hälfte nach oben getrieben hat. Der Schritt soll bis Jahresende abgeschlossen sein.

In der Zeitungssparte erwirtschaftete das Unternehmen im abgelaufenen Quartal einen operativen Gewinn von 234 Millionen Dollar nach 218 Millionen vor einem Jahr, zum Teil dank einer Sonntagsausgabe der britischen "The Sun". Der Umsatz von News Corp verbesserte sich um fünf Prozent auf 9,43 Milliarden Dollar. Analysten hatten nicht mit so starken Anstiegen gerechnet.

Die Milliarden-Übernahme des britischen Kabelkonzerns Virgin Media durch John Malones US-Kabelimperium Liberty Global bezeichnete Rupert Murdochs Sohn James nicht als Gefahr für die Geschäfte in Europa. "Wir stehen mit Liberty Global im Wettbewerb und arbeiten mit ihnen zusammen", sagte Murdoch. "Ich denke nicht, dass es größere Änderungen der Landschaft hier geben wird." Das Kabelgeschäft gehört zu den boomenden Bereichen von News Corp, und auch zum Jahresende 2012 ging es kräftig nach oben.