Heidelberger Druck schreibt wieder schwarze Zahlen

Donnerstag, 7. Februar 2013, 12:59 Uhr
 

Frankfurt (Reuters) - Der seit Jahren Verluste schreibende Druckmaschinen-Hersteller Heidelberger Druck ist dank steigender Umsätze und Einsparungen auf dem Weg zurück in die Gewinnzone.

Wie versprochen werde in diesem Geschäftsjahr 2012/13 (bis Ende März) ein deutlich positives operatives Ergebnis erzielt, sagte Vorstandschef Gerold Linzbach bei der Vorlage der Neun-Monatszahlen am Donnerstag. "Unser nächstes Etappenziel ist ein positiver Jahresüberschuss im nächsten Geschäftsjahr", fügte er hinzu. Im dritten Quartal schrieb der weltgrößte Druckmaschinen-Hersteller erstmals seit langem wieder schwarze Zahlen - unter dem Strich stand ein Nettogewinn von 16 Millionen Euro. Das operative Ergebnis kletterte auf 25 (Vorjahr: 2) Millionen Euro, der Umsatz legte um neun Prozent auf 688 Millionen Euro zu.

Für das Schlussquartal erwartet der Konzern noch höhere Umsätze. Und der operative Gewinn muss auch deutlich steigen, denn für ein positives Ergebnis im Gesamtjahr muss der Neun-Monats-Verlust von 32 Millionen Euro mehr als ausgeglichen werden. Auch wenn die Zahlen für das dritte Quartal unter den Erwartungen der Analysten lagen - die Experten sehen Anzeichen für eine Erholung. So deute etwa der stabile Auftragseingang von 645 Millionen Euro auf eine Verbesserung der Nachfrage nach Druckmaschinen hin, schrieb DZ-Bank-Analyst Jasko Terzic. Nach anfänglichen Kursverlusten notierte die im SDax gelistete Heideldruck-Aktie dann auch mehr als ein Prozent im Plus.

Auf eine Dividende müssen die Aktionäre aber auch für das kommende Geschäftsjahr verzichten. "Das ist für uns erst ein Thema, wenn wir nachhaltig profitabel sind", sagte Finanzchef Dirk Kaliebe.

KEIN LEIDENSDRUCK

Die Probleme der Branche sind bekannt: Wegen der Konjunkturkrise sparen viele Firmen am Druck von Katalogen, Plakaten oder Verpackungen und die Druckereien halten sich mit Investitionen in neue Maschinen zurück. In den Industrieländern sinkt die Zahl der Druckereien sowieso - am Mittwoch kündigte Bertelsmann die Schließung seiner Großdruckerei im norddeutschen Itzehoe an. Die Umwälzungen setzen auch der Konkurrenz zu: Manroland ging bankrott und wurde aufgespalten, Komori aus Japan macht Verluste, Koenig & Bauer nur magere Gewinne. Heidelberger Druck selbst schreibt seit vier Jahren rote Zahlen und steckt in der zweiten Entlassungswelle. Bis 2014 soll die Mitarbeiterzahl auf unter 14.000 schrumpfen. Ende 2012 beschäftigte Heidelberger Druck rund 14.500 Mitarbeiter - schon 1100 weniger als ein Jahr zuvor.

Mit dem Sparprogramm will Heidelberger Druck jährlich die Kosten um 180 bis 200 Millionen Euro senken. Ein Drittel davon kämen schon im laufenden Geschäftsjahr zum Tragen, erläuterte Kaliebe.

Strategisch will Linzbach - der im September den langjährigen Konzernchef Bernhard Schreier ablöste - nach neuen Geschäftsfeldern Ausschau handeln. Der Manager, der seinen Führungsstil mit "eher Klopp statt Trapattoni" beschreibt, will sich dabei nicht in die Karten gucken lassen. "Wir probieren noch", sagte er. Die alten Bereiche würden überprüft, aber nicht auf eine Trennung hin. "Wir haben nicht den Leidensdruck, bestimmte Geschäfte loszuwerden", sagte Linzbach.