Hugo Boss auf Rekordkurs nicht zu stoppen

Freitag, 8. Februar 2013, 10:32 Uhr
 

Frankfurt (Reuters) - Der Modekonzern Hugo Boss bleibt auf Rekordkurs: Nach Bestmarken im vergangenen Jahr sieht der Vorstand das Ende des Wachstums noch nicht erreicht.

Vorstandschef Claus-Dietrich Lahrs sagte am Freitag: "Ich bin trotz des weiterhin anspruchsvollen Marktumfelds überzeugt, dass wir auch 2013 stärker als der Gesamtmarkt wachsen werden." Dabei dürfte Boss das renditestarke eigene Ladennetz auf die Sprünge helfen. Zudem kann der Konzern mit seiner Mode in Amerika punkten und so die Schwäche im krisengeschüttelten Europa wettmachen.

Im vergangenen Jahr legte Hugo Boss im wichtigen vierten Quartal einen Schlusspurt hin und erzielte so insgesamt Rekordwerte bei Umsatz und Gewinn. Nach ersten Berechnungen stiegen die Erlöse im Gesamtjahr um zehn Prozent auf 2,346 Milliarden Euro. Alle Regionen und Vertriebskanäle hätten zu dem Wachstum beigetragen, betonte der Vorstand. Vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen (EBITDA) und Sondereffekten verdiente Boss 529 Millionen Euro und damit 13 Prozent mehr als vor Jahresfrist. Netto blieben mit 307 Millionen Euro acht Prozent mehr in der Kasse. Wie Finanzvorstand Mark Langer im Januar im Reuters-Interview bereits ankündigte, können sich die Aktionäre daher auf eine höhere Dividende einstellen. Gewöhnlich schüttet Hugo Boss 60 bis 80 Prozent des Gewinns an die Aktionäre aus. Zwei Drittel der Aktien hält seit 2007 der Finanzinvestor Permira. Für 2011 hatte das 1924 als Handwerksbetrieb gegründete Unternehmen 2,88 Euro je Anteilsschein gezahlt.

An der Börse kamen die Zahlen gut an. Die im Nebenwerteindex MDax gehandelten Aktien notierten zeitweise 2,2 Prozent im Plus und mit 88,66 Euro knapp unter dem im April 2012 erreichten Allzeithoch. In der Summe habe Hugo Boss mit den Zahlen auch die eigenen Gesamtjahresziele mehr als erreicht, lobte LBBW-Analyst Bernd Müll und empfahl die Aktie zum Kauf. Die Nachfrage scheine weiterhin intakt zu sein. "Insbesondere die flächenbereinigte Entwicklung in den eigenen Geschäften deutet darauf hin, dass unter anderem in China die Nachfrage nach Hugo Boss Artikeln wieder gestiegen sein dürfte."

Hugo Boss konkurriert mit seinen Herren- und Damenmode-Kollektionen mit Marken wie Ralph Lauren, Burberry oder Tommy Hilfiger und rangiert damit preislich unterhalb des Luxussegments. Teure Uhren, Mode und Schmuck verkauften sich im abgelaufenen Jahr weltweit trotz der Krise gut, da vor allem die Einkäufe zahlungskräftiger Kunden in China und Amerika die Kassen klingeln ließen.

 
Monohull "Hugo Boss", skippered by Britain's Alex Thomson and Spain's Guillermo Altadill, arrives in second place in the Jacques Vabre Transat yacht race from Le Havre, France to Puerto Limon, west of San Jose, November 18, 2011. REUTERS/Juan Carlos Ulate (COSTA RICA - Tags: SPORT YACHTING)