Bau von Windpark vor Sylt kann beginnen - Finanzierung steht

Freitag, 8. Februar 2013, 15:09 Uhr
 

Frankfurt (Reuters) - Hoffnungszeichen beim Ausbau von Windkraftwerken vor der deutschen Küste: Eine Investorengruppe hat genügend Kredite für den Windpark Butendiek rund 32 Kilometer westlich von Sylt zusammenbekommen und will im nächsten Jahr mit dem Bau beginnen.

2015 soll die 288-Megawatt-Anlage den Betrieb aufnehmen und rund 370.000 Haushalte mit Strom versorgen, wie Investoren und Banken am Freitag mitteilten. In der Branche hoffen viele, dass dieses Projekt Signalwirkung hat und den bisher schleppenden Ausbau von Windkraft auf hoher See beschleunigt.

Ein Konsortium aus zwölf Banken unter Führung des Förderinstituts KfW stellt den Investoren für Butendiek Kredite in Höhe von 937 Millionen Euro zur Verfügung. Die übrigen Mittel für den rund 1,4 Milliarden Euro teuren Windpark kommen von den Investoren. "Der Abschluss dieser Finanzierung ist ein klares Signal an den Markt: Es geht weiter", sagte KfW-Chef Ulrich Schröder. Dazu hätten auch die Ende 2012 von der Bundesregierung verabschiedeten Haftungsregeln beigetragen. Der Ausbau der Offshore-Windkraft ist ein wesentlicher Baustein bei der geplanten Energiewende in Deutschland. Viele große Kapitalanleger und Banken haben wegen hoher Risiken bisher jedoch die Finger von Offshore-Windparks gelassen.

Der Windpark Butendiek wird von fünf Investoren gestemmt: Den dänischen Pensionsfonds Industriens Pension und PKA, dem Infrastrukturfonds Marguerite, der Siemens-Finanzsparte und dem Projektentwickler wpd. Kredite kommen unter anderem noch von der europäischen Förderbank EIB, dem dänischen Exportkreditversicherer EKF, der Bremer Landesbank und dem italienischen Geldhaus UniCredit.

Die 80 Windenergieanlagen für Butendiek werden von Siemens geliefert, installiert und zehn Jahre lange gewartet, wie der Münchner Konzern mitteilte. Das Auftragsvolumen belaufe sich auf mehr als 700 Millionen Euro. Windenergie zählt zum sogenannten Umweltportfolio von Siemens, mit dem der Konzern 2012 einen Umsatz von rund 33 Milliarden Euro einfuhr.