Media-Saturn will im Online-Handel schnell wachsen

Sonntag, 10. Februar 2013, 12:34 Uhr
 

Frankfurt (Reuters) - Europas größte Elektrohandelskette Media-Saturn bläst nach dem verspäteten Einstieg in den Online-Handel zur Aufholjagd.

"2014 werden zehn Prozent der Erlöse im Netz zusammenkommen, mittelfristig möchten wir diesen Anteil nochmals verdoppeln", sagte der Chef der Metro-Tochter, Horst Norberg, der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". 2012 erzielte Media-Saturn gerade einmal vier Prozent seines Umsatzes online.

Der Versuch von Media-Saturn, verlorenes Terrain im Online-Handel mit einer Preisoffensive zurückzuerobern, hatte den Gewinn der einstigen Metro-Ertragsperle zuletzt einbrechen lassen. Der Herausforderer Amazon schrecke ihn nicht, sagte Norberg. "Wir bleiben im Bereich Elektrogeräte mit Abstand Marktführer, auch inklusive des Online-Geschäfts."

Das Multi-Channel-Geschäft - die Verknüpfung des Online-Handels mit dem Geschäft in den Filialen - gewinnt für Media-Saturn zunehmend an Bedeutung. Die Kette werde deshalb auch weiterhin neue Filialen eröffnen. "942 Märkte haben wir momentan, 40 bis 50 sollen jedes Jahr neu dazukommen", sagte Norberg. Das verlustreiche Engagement in China beendet Media-Saturn jedoch nach zwei Jahren gerade. Um wettbewerbsfähig zu sein, hätte die Kette massiv investieren müssen. "Das Geld stecken wir lieber in unsere Multi-Channel-Stategie und attraktive europäische beziehungsweise bestehende Märkte", sagte Norberg.

EIGENTÜMERSTREIT NERVT MEDIA-SATURN-CHEF

Um effizienter zu werden, lege das Unternehmen die Verwaltung von Media-Markt und Saturn in Deutschland zusammen, sagte der Media-Saturn-Chef. Die beiden Marken sollten aber nach außen weiterhin selbstständig auftreten. Betriebsbedingte Kündigungen werde es in diesem Zusammenhang nicht geben. "Die bestehenden Jobs sind sicher", sagte Norberg.

Der Streit zwischen Metro und dem Media-Saturn-Minderheitsaktionär Erich Kellerhals verärgert Norberg. "Mir wäre es lieber, wenn unsere Eigentümer ihre Auseinandersetzungen nicht öffentlich austragen würden", sagte der Manager. Der Zwist lähme zwar nicht das tägliche Geschäft, die "internen Abstimmungsprozesse werden dadurch aber nicht einfacher."