Barclays verzichtet auf umstrittenes Steuerberatungsgeschäft

Montag, 11. Februar 2013, 11:12 Uhr
 

London (Reuters) - Die skandalgeschüttelte britische Großbank Barclays will ihr umstrittenes Steuerberatungsgeschäft dichtmachen.

Der neue Bankchef Antony Jenkins werde die Schließung der Sparte Structured Capital Markets (SCM) in Kürze offiziell bekanntgeben, kündigte das Institut am Sonntag an. In einer vorab verbreiteten Rede wurde Jenkins mit den Worten zitiert, es gehe um Geschäfte, die vorrangig dazu dienten, Steuervorteile einzuheimsen. Diese seien zwar legal, aber nicht vereinbar mit den neuen Steuerrichtlinien der Bank.

Jenkins wird am Dienstag voraussichtlich auch seine Pläne zur Stärkung der Ertragskraft vorstellen, die zur Streichung von 2000 Stellen im Investmentbanking führen könnten. Ein Großteil seiner Rede dürfte sich aber um eine Verbesserung der internen Geschäftsstandards drehen, mit der Jenkins das Image des Geldhauses aufpolieren will.

Jenkins hatte im August den Chefposten von Bob Diamond übernommen, der wegen der Affäre um Zinsmanipulationen seinen Hut nehmen musste. Barclays musste wegen der Verwicklung in den Skandal rund um die Manipulation des Libor-Referenzzinssatzes bereits rund eine halbe Milliarde Dollar Strafe zahlen. Ferner drohen Altlasten im Zusammenhang mit sogenannten Restschuldversicherungen und dem Verkauf komplexer Zinsprodukte die Bank einzuholen.

 
The Barclays headquarters building is seen in the Canary Wharf business district of east London February 6, 2013. When Barclays' new boss Antony Jenkins wanted to tell his senior bankers what was in store for them, he gathered all 125 around him on specially built tiered seats, styled like an ancient Greek agora to guarantee eye contact and conversation. Photograph taken February 6, 2013. REUTERS/Neil Hall (BRITAIN - Tags: BUSINESS)